Remscheid: "Die Tafel hat großen Rückhalt"

Remscheid: "Die Tafel hat großen Rückhalt"

Der Vorsitzende Oliver Witte zieht nach mehr als fünf Jahren Arbeit für den Verein eine positive Bilanz seiner Tätigkeit.

Die Remscheider Tafel für Bedürftige hat einen starken Rückhalt in der Bevölkerung. Die Bürger seien immer wieder aufs Neue bereit, die Arbeit des Vereins für hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Dieses Fazit zog der Vorstand Oliver Witte nach mehr als fünf Jahren an der Vereinsspitze im Gespräch mit unserer Redaktion.

Foto: Hertgen Nico

Allerdings müsse sich die Tafel immer wieder bei den Bürgern in Erinnerung bringen, um ein ausreichendes Aufkommen an Spenden zu erhalten. Das gelte sowohl im finanziellen Bereich, als auch bei den Lebensmittelspenden, die täglich an die Bedürftigen verteilt werden. "Das ist kein Selbstläufer", sagte Witte. Mehrere Entwicklungen gelte es zu beachten. Zum einen brauchen auch andere Vereine und Gruppen, wie etwa "Möhrchen", Geldspenden für ihre Arbeit. Zum anderen ist die Tafel nicht mehr alleine auf dem Markt der Lebensmittelverteilung. Das Remscheider Projekt Foodsaver spreche die gleiche Spendergruppe an und sei somit eine Konkurrenz zur Tafel. Zudem erkennt Witte eine Umstellung in der Politik der großen Lebensmittelmärkte. Was früher an die Tafel gegeben worden sei, werde nun teilweise zum reduzierten Preis verkauft.

Nur mit Ehrenamtlichen lasse sich die Arbeit nicht erledigen, sagt Witte. Im Team der Fahrer, die die Lebensmittel täglich abholen und zu den mittlerweile sieben Ausgabestellen in die jeweiligen Stadtteile bringen, arbeiten darum inzwischen auch Festangestellte. Hier sei Verlässlichkeit sehr wichtig. Personal kostet Geld.

Das alles müsse zudem gesehen werden vor dem seit Beginn der Flüchtlingswelle im Jahre 2015 stark angestiegenen Zahl der Tafel-Kunden. Seit Ende 2012 habe sich die Kundenzahl verdreifacht.

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Vor diesem Hintergrund verteidigte Witte den "Weckruf" aus dem Jahr 2016, als die Tafel mit der Nachricht an die Öffentlichkeit ging, dass die Lebensmittelspenden knapp werden. Es sei dem Vorstand damals darum gegangen, einen Teil der öffentlichen Aufmerksamkeit, die zu diesem Zeitpunkt stark auf Themen der Flüchtlingshilfe konzentriert war, auf die Tafel zu lenken. Das habe funktioniert. Viele Lebensmittelspender meldeten sich, und auch bei den Geldspenden gab es in diesem Jahr ein Rekordergebnis.

Im Beirat der Tafel, in dem Wohlfahrtsorganisationen und auch die Stadt Remscheid als Mitgründer der Tafel sitzen, habe es damals Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit der Tafel gegeben, berichtet Witte. "Wir mussten aber handeln", begründet er den Schritt. Der Erfolg habe der Tafel-Spitze nachträglich Recht gegeben.

In den nächsten Wochen wird eine komplett neue Vorstandsmannschaft für die Tafel an den Start gehen. Eine Satzungsänderung muss noch abgewartet werden, dann kann gewählt werden. Witte wünscht dem neuen Team eine gute Hand bei der für die Stadt so wichtigen Arbeit. Es sei sicher gut, wenn mit neuen Köpfen wieder neue Ideen entwickelt werden, wie das Spendenaufkommen für die Tafel sicher gestellt werden kann.

(hr)
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