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Die Remscheider Aufführungs-Tipps im Januar

Die Remscheider Aufführungs-Tipps im Januar : Komödie, Klavier und Kabarett

Zum neuen Jahr bieten die Kulturveranstalter eine Reihe von Aufführungen, die für eine guten Start in die zweite Hälfte der Spielzeit stehen. Wir haben in den Programmen gestöbert und Vielversprechendes entdeckt.

Teo Otto Theater

In der Komödie „Kunst“ der Französin Yasmina Reza hat Serge sich für eine beachtliche Summe ein Gemälde gekauft: weiße Streifen auf weißem Untergrund. An diesem Bild entzündet sich der Streit zwischen drei Freunden, in dessen Verlauf sich ihr Leben und ihre Beziehungen grundlegend ändern. Das Kunstwerk dient als Katalysator, mit dessen Hilfe Reza auf psychologisch fein gezeichnete Weise die drei Männer, ihre Gefühle, ihre Befindlichkeit, ihre Freundschaft, ja ihr gesamtes bisheriges Dasein auf den Prüfstand stellt – eine wortgewandte Komödie über die Halbwertszeit von Freundschaften. „Das Drama von ,Kunst‘ ist ja nicht, dass sich Serge das weiße Bild kauft, sondern dass man mit ihm nicht mehr lachen kann. Wenn Sie mit einem Freund lachen können, dann können Sie alle möglichen Differenzen mit ihm haben. Wenn man nicht mehr lachen kann, gewinnt die Meinung die Oberhand, und es gibt nichts mehr jenseits von ihr“, sagt die Autorin. (15. Januar, 19.30 Uhr).

Die Pianistin Yu Mi Lee tritt in der Klosterkirche auf. Foto: Jürgen Moll

An Goethes Faust haben sich schon viele Theater abgearbeitet. Die Landesbühne Esslingen versucht es auf eine ungewöhnliche Weise. „Faust I — Reloaded“ heißt der Abend für zwei Schauspieler. Den großen Sinnsucher schicken sie nicht in Auerbachs Keller, sondern durch TV-Formate und Social Media-Welten. (23. Januar, 19.30 Uhr).

Die Kabarettistin Maria Vollmer kommt mit neuem Programm ins Rotationstheater. Foto: Ulrike Reinker

Westdeutsches Tourneetheater

Lessings „Nathan der Weise“ hat inzwischen Goethes „Faust“ aus dem Lehrplan zum Abitur gedrängt. Wer sich mit diesem dramatischen Drama um das Ideal der Toleranz und der Aufklärung etwas vertrauter machen will, der kann sich eine Bühnencollage des Westdeutschen Tourneetheaters anschauen. Es wird gelesen, gespielt und auch musiziert. Alles mit der Absicht von Gotthold Ephraim Lessing, „die Geschichte soll nicht das Gedächtnis beschweren, sondern den Verstand erleuchten“ (Donnerstag, 16. Januar, 19.30 Uhr).

Klosterkirche

Die Haltung zur Musik hat sich bei der Pianistin Yu Mi Lee komplett verändert, seitdem sie vor einem Jahr Mutter geworden ist. Früher habe sie meist schicksalhafte und tragische Stücke bevorzugt, sagt die Pianistin. Die Neugierde ihres Kindes auf die Welt und die Schönheit der Kinderlieder inspirierte sie inzwischen zu einer neuen Sicht. Sie spielt in der Klosterkirche Werke von Bach, Beethoven, Schumann, Mozart und Chopin — wohl mit einem inneren Lächeln. (Sonntag, 19. Januar, 17 Uhr).

Rotationstheater

Die Kabarettistin Maria Vollmer gehört zu den treuen Gästen im Rotationstheaters. In ihrem Programm „Tantra, Tuppa &Tequila“ geht es ihr um die Frage: Was tut eine Frau, wenn zwei pubertierende Teenager und ein midlife-kriselnder Ehemann das Geschehen zu Hause bestimmen wollen? Antwort: Sie kümmert sich nicht drum. Stattdessen kostet ein Friseurbesuch so viel wie die Leasingraten fürs Auto. Im Zimmer der Söhne stößt sie auf versteckte Drogen, um sie gleich mal auszuprobieren. (Freitag, 31. Januar, 20 Uhr).