Remscheid: Die Lenneper Prinzessin mit dem besten Schuss

Remscheid : Die Lenneper Prinzessin mit dem besten Schuss

Meike Keidel will beim Fest des Lenneper Schützenvereins 1805 wieder mitschießen. Die 20-Jährige kümmert sich auch um den Nachwuchs.

Schießen ist Meike Keidels große Leidenschaft. Im vorigen Jahr ist sie zur Prinzessin des Lenneper Schützenvereins 1805 gekürt worden. Vielleicht wiederholt sich ihr Erfolg an diesem Wochenende. Die Lenneper Schützen feiern an diesem Wochenende ihr Fest. "Gestern habe ich im strömenden Regen kleine Wimpel aufgehangen", beschreibt die 20-Jährige ihren Einsatz für das Vereinsleben. Wie in jedem Jahr werden wieder der König und der Prinz "ausgeschossen".

Die 20-Jährige setzte sich im vergangenen Jahr beim traditionellen Prinzenschießen gegen die Konkurrenz durch. "Es waren nur drei Konkurrentinnen dabei. Es gibt kaum noch Jugendliche, die in die Vereine kommen", bedauert sie den Nachwuchsmangel.

Zweimal die Woche kommt sie zum Training ins Lenneper Schützenhaus in Endringhausen. Auch den Verpflichtungen als Prinzessin kommt Keidel gerne nach. "Zehn- bis zwölfmal war ich in der Zwischenzeit auf diversen Schützenfesten dabei. Voriges Jahr war ich auch auf einem Winterball in Schloss Burg. Das sind allerdings keine Muss-Veranstaltungen", sagt sie. Außerdem engagiert sie sich gemeinsam mit ihrem Freund Ingo Sondermann im Verein und versucht, die Jugendabeilung mit aufzubauen: "Wir möchten das Interesse bei den Jugendlichen am Schießsport wecken. Aber dieses Problem haben alle Vereine." Das Schießen sei keine Männerdomäne mehr in Lennep. Die Verhältnisse haben sich geändert. "Ich bin überrascht, dass so viele Frauen dabei sind. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männern ist mittlerweile ausgeglichen", sagt Keidel.

Zum Schießen ist sie durch ihre Eltern gekommen. Diese waren 2005 das Prinzenpaar der Karnevalsgesellschaft in Radevormwald. Hin und wieder besuchten die Eltern auch den Schützenverein. "Irgendwann bin ich jeden Sonntag mit meinem Vater zum Herrenschießen gegangen. Schließlich wurde ich gefragt, ob ich auch einmal schießen möchte", erzählt Keidel.

Geschossen wird entweder mit einem Luftgewehr oder einer kleinkalibrigen Waffe. Hemmungen? "Nein, die hatte ich nie. Schießen macht Spaß!" Ihr Freund Ingo Sondermann ist Trainer im Schützenverein. "So haben wir uns kennengelernt", sagt Keidel. Das Paar wohnt in Radevormwald. Wenn Meike Keidel nicht im Schützenhaus ist, macht sie eine Ausbildung zur Bürokommunikationskauffrau. 2010 war sie bereits Prinzessin in Radevormwald, wechselte später aber zum Lenneper Schützenverein.

Bis zum 22. Lebensjahr nehmen Mitglieder in der Regel am Prinzenschießen teil, danach können sie auch König bzw. Königin werden. "Vielleicht darf ich aber schon dieses Jahr um die Königsscheibe schießen. Ansonsten werde ich natürlich versuchen, meinen Titel zu verteidigen."

(RP)