Die Klosterkirche als Vorbild fürs Teo Otto Theater

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Den meisten Politikern fehlt die Vorstellungskraft, um einzuschätzen, was eine gute Theaterleitung in der Stadt bewegen könnte.

Die Klosterkirche zeigt in vorbildlicher Weise, wie es über Jahre gelingen kann, den Kontakt zum Publikum zu pflegen und Künstlern einen Auftrittsort zu bieten, an den sie gerne immer wieder zurückkehren. Weil diese Arbeit sehr viel Engagement und Hingabe verlangt, hat Kulturmanagerin Anne Winkels seit einiger Zeit Verstärkung bekommen. Insgesamt braucht es ein Vollzeitdeputat, um die etwa 18.000 Besucher pro Saison zu betreuen.

Das Teo Otto Theater ist eine Nummer größer als die Klosterkirche. Aber im Gegensatz zum Verein Klosterkirche denken die Kulturpolitiker mindestens eine Nummer kleiner als die Lenneper. Den meisten fehlt die Vorstellungskraft, um einzuschätzen, was eine gute Theaterleitung in der Stadt bewegen könnte. Inzwischen hat man es geschafft, dass ein Jahr nach dem Ausscheiden von Kulturdezernent Christian Henkelmann die künstlerische Leitung nicht wieder besetzt ist. Das wirft kein gutes Licht auf das Haus.

Der Vorstoß der CDU, die Stelle als Vollzeitstelle auszuschreiben und es nicht bei einer Halbtagskraft zu belassen, war gut gemeint, aber schlecht gemacht. Die Mehrkosten aus dem Theateretat zu bezahlen, ist absurd. Die volle Stelle muss aus dem Personalkostenetat bezahlt werden. Aber dafür gibt es keine Mehrheit. Wohl auch nicht in der CDU-Fraktion. SPD, Grüne und FDP haben bereits abgewunken. Und sie können in ihre Fraktionen eine beruhigende Nachricht mitnehmen: Auch ohne künstlerische Theaterleitung funktioniert der Betrieb. 85 Prozent der Vorstellungen sind bereits eingekauft. Einige werden bestimmt fragen, ob es überhaupt noch einer Theaterleitung bedarf. Inzwischen besteht sogar Unsicherheit darin, wie die neue Arbeitsplatzbeschreibung formuliert werden soll. Ob nicht auch theaterpädagogische Fähigkeiten vom neuen Stelleninhaber verlangt werden sollen? Ein Irrweg. Die Schulen, das WTT und die MKS decken die theaterpädagogische Arbeit ab.

Die künstlerische Leitung muss gestalten und vermitteln. Gesucht wird ein Kommunikator, der auf vielen Kanälen unterwegs ist. Bei allem Bemühen um die Jugend, die Mehrheit des Publikums ist zwischen 45 und 55 Jahre alt. Die Senioren stellen bald für lange Zeit die größte Gruppe im Zuschauerraum. Das sollte man nicht vergessen, wenn man Publikum nicht verlieren will.

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