Die beliebtesten Vornamen 2017

Remscheid : Die beliebtesten Vornamen 2017

Der Statistik des Remscheider Standesamts zufolge zählen Lina und Mia sowie Maximilian und Leon zu den beliebtesten Vornamen des vergangenen Jahres. Aber es gibt auch ungewöhnliche Namenswünsche.

Wenn Kinder nach der Geburt ihre Namen selbst bestimmen dürften, wer weiß, wie sie sich entscheiden würden. Wer möchte sich schon selbst die Bürde auferlegen und sich "Gott ist mein Richter" nennen? Diese Entscheidung haben im vergangenen Jahr 1363 Remscheider Eltern ihren Kindern abgenommen. Laut Statistik des Remscheider Standesamts zählen Lina und Mia (jeweils 11) sowie Maximilian und Leon (jeweils 13) zu den beliebtesten Vornamen. Sie lösen Marie und Sophie (jeweils 29) sowie Elias (21) aus dem Jahr 2016 ab.

Die Remscheider Statistik unterscheidet sich vom Bundestrend. Nach Angaben von "Spiegel online" zählten Ben und Emma in Deutschland zu den beliebtesten Vornamen. Das ergab eine stichprobenartige Auswertung von Geburtenmeldungen durch den Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld.

Doch welche Bedeutung steckt hinter den beliebtesten Vornamen? Wir haben bei Menschen nachgefragt, die es wissen müssen, nämlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache (GFDS) in Wiesbaden. Der Verein versteht sich als Hüter der deutschen Sprache und bietet auch Sprach- und Vornamenberatung an. GFDS-Mitarbeiterin Frauke Rüdebusch hat einen Blick über die beliebtesten Vornamen in Remscheid 2017 geworfen. "Der Name Mia ist die Kurzform von Maria. Dies ist die griechische beziehungsweise lateinische Form von Mirjam, was aus dem Hebräischen stammt", sagt Rüdenbusch. Die Bedeutung sei nicht sicher. Sie erstrecke sich über "wohlbeleibt", "die Geliebte", "widerspenstig" über "das Gottesgeschenk" bis hin zu "fruchtbar".

Auch Lina sei eine Kurzform von Namen, die auf diese beiden Silben enden - wie etwa Angelina, Karolina oder Paulina. Lina kann daher unterschiedliche Bedeutungen haben. Bei Maximilian ist das Klären der Herkunft deutlich einfacher. Er geht auf lateinisch Maximilianus zurück, was eine Erweiterung von Maximus "der Größte" ist. Und dass Leon sich in Remscheid großer Beliebtheit erfreut, könnte auch am Remscheider Wappentier liegen.

"Leon sowie die Variante Leo sind die Kurzformen von Leonhard", erklärt Rüdenbusch. Leon habe seine Ursprünge zum einen im Lateinischen leo "der Löwe" sowie im Germanischen lewan, was ebenfalls "Löwe" bedeutet. In Remscheids Top Ten der beliebtesten Vornamen 2017 haben es bei den Mädchen Mila (10), Lia (9), Charlotte, Leni (jeweils 8), Emilia, Emma, Hanna und Marie (jeweils 7) geschafft. Bei den Jungen waren Ben (12), Finn, Paul (jeweils 9), Emil, Joshua, Noah (jeweils 8), Ömer und Luis (jeweils 7) der Hit.

Weniger als ein Drittel aller Neugeburten (451) trägt einen Zweitnamen. Zu den drei meist vergebenen weiblichen Zweitnamen zählen Sophie (18), Marie (15) und Maria (9). Alexander (8), Ali, Elias (jeweils 6) und Efe (4) waren bei den Jungen gefragt. 19 Remscheider Neubürger tragen einen Drittnamen. Doch welche Namen sind überhaupt erlaubt? Fast jeder Name sei zulässig, sofern er nicht ehrenrührig oder unsittlich ist, teilt das Ordnungsamt mit. Der Vorname Adolf würde vom Remscheider Standesamt beispielsweise nicht abgelehnt werden. "Der Name kann nicht verboten werden. Allerdings weisen wir auf die historische Belastung hin", sagt Ordnungsamtschef Jürgen Beckmann.

Bei ungewöhnlichen Wünschen sollten Eltern belegen können, dass er in anderen Kulturkreisen üblich ist. Im Zweifelsfall werde nachgeschlagen. "Und bei einer allzu exotischen Wahl versuchen wir auch, die Eltern umzustimmen - schließlich muss das Kind ein Leben lang diesen Namen tragen", sagt Beckmann. Wie die GFDS meldet, seien im vergangenen Jahr über 500 seltene Vornamen von den deutschen Standesämtern bestätigt worden.

(RP)