DOC in Remscheid: Der Rat gibt grünes Licht fürs Designer Outlet-Center

DOC in Remscheid : Der Rat gibt grünes Licht fürs Designer Outlet-Center

Nach langen Beratungen gab es am Dienstagabend endlich eine klare Mehrheit für das Jahrhundertprojekt: Das Designer Outlet-Center - kurz DOC - kann gebaut werden. Auch der städtebauliche Vertrag fand Zustimmung.

Im Remscheider Rat hat gestern Abend das 150-Millionen-Projekt Designer Outlet-Center (DOC) nach drei Jahren die letzte Hürde genommen. Der Bauantrag 657 wurde gegen 19.30 Uhr von den Ratsmitgliedern mit 41 Ja-Stimmen (CDU, SPD, FDP, Pro Deutschland) bei vier Gegenstimmen (Linke und Pro Deutschland) und zwei Enthaltungen (Wählergemeinschaft) auf den Weg gebracht. Durch Turbulenzen im Vorfeld (Pro Deutschland hatte erfolglos eine geheime Abstimmung gefordert) gaben die Grünen ihre zuvor signalisierte Enthaltung bei der Abstimmung nicht zur Kenntnis. Klarer ist daher das Abstimmungsergebnis (41 Ja, vier Nein, zwei Enthaltungen) aus der zuvor geheim erfolgten Abstimmung zum städtebaulichen Vertrag, der alle Details des Projektes regelt.

Mit einer Länge von drei Stunden nur für das Thema DOC spiegelte die vorausgehende Debatte noch einmal die ganze Bandbreite der Argumente pro und contra DOC wider. Einig waren sich alle in einem Punkt: Das DOC wird Remscheid verändern.

"Wiederwahl unwahrscheinlich" - DOC-Gegner auf der Zuschauertribüne gaben ihrer Ablehnung noch einmal Ausdruck und blickten schon auf die nächste Kommunalwahl. Foto: Michael Schütz

Die Befürworter beschworen die Chancen für Lennep und Remscheid, die mit dem DOC verbunden sein werden. Man müsse Dinge anders machen, damit sie besser werden können, sagte CDU-Fraktionschef Jens Nettekoven. Sven Wolf (SPD) erwartet vom DOC, dass es eine "Aufbruchstimmung" erzeugt, neuen Schwung und neue Arbeitsplätze bringt. Handel, Gastronomie und Tourismus würden vom "Frequenzbringer" DOC profitieren, sagte Wolf Lüttinger (FDP).

Pfiffe und höhnische Kommentare gab es von der vollen, vor allem mit DOC-Gegnern besetzten Tribüne, als Wolf den Rückhalt der Bürger für das DOC als Argument für die SPD-Linie ins Feld führte. Nicht nur die Gegner sehen es als großen Fehler an, dass es keine erneute Bürgerbefragung gab, als die DOC-Pläne von der Blume an den Rand der Lenneper Altstadt wanderten.

Das hob auch David Schichel (Grüne) hervor, der die jetzt vorliegenden "vorzeigbaren" Ergebnisse der DOC-Planung auch als Resultat einer kritisch-konstruktiven Arbeit seiner Fraktion definierte. Dass die Grünen sich gleichwohl enthielten, ist den offenen Fragen zum Stadion-Ersatz in Hackenberg geschuldet. Ihr Antrag, die DOC-Entscheidung zu vertagen, bis Anfang 2017 Klarheit zum Sportplatz herrscht, folgte die Mehrheit nicht. Aus gleichem Grund enthielt sich auch die Wählergemeinschaft. Als Lenneper sehe er, dass das DOC Lennep massiv verändern werden, möglicherweise auch zum Schlechteren, sagte Thomas Brützel. Als Politiker müsse er aber das Wohl der Stadt im Auge haben, begründete Brützel die Enthaltung. Thorsten Pohl (Pro Deutschland) nannte die Argumentation von Grünen und W.i.R. nicht glaubwürdig. Im Grunde sei der Rat sich einig beim DOC. Während der zweite Vertreter der Gruppe das DOC begrüßt, lehnte Pohl die Pläne ab. Sie würden Lennep schaden.

Davon ist auch die Linke überzeugt. Das DOC sei negativ für den Handel, für die Gesundheit der Menschen und sei nicht nachhaltig sagte Fritz Beinersdorf.

Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes wachten vom Rathausflur darüber, dass es im Saal geordnet zuging. Gast der Debatte war auch Entwicklungschef Henning Balzer vom Investor McArthurGlen.

(RP)