Remscheid: Der lange Weg zum Parken in der City ohne abgezähltes Kleingeld

Remscheid : Der lange Weg zum Parken in der City ohne abgezähltes Kleingeld

Ende November beschloss der Rat, die Parkscheinautomaten neu zu programmieren. Erst im April ist es soweit. Eine neue Satzung ist nun nötig.

Technisch ist die Sache gar nicht so kompliziert, versichert Udo Wilde von den Technischen Betrieben (TBR). Einen Tag, so rechnet er, wird es dauern, die 17 Parkscheinautomaten in der Innenstadt so um zu programmieren, dass das Bezahlen einfacher wird. Nach den Osterferien soll es so weit sein, dann geht er zusammen mit einem Kollegen die Maschine ab, und spielt ein neues Programm auf.

Doch warum erst dann? Schließlich beschloss der Rat auf Anregung der SPD die Umstellung schon am 27. November 2014. Die Antwort liegt wie so oft in den Formalien. Bevor die Automaten umgestellt werden können, muss der Rat zunächst eine geänderte Parkgebührenordnung beschließen. Die bestehende stammt aus dem Jahr 1989 und enthält noch so manche "Altlast", die jetzt gleich mit entsorgt wird. So gibt es etwa Taschenparkuhren längst nicht mehr, das System hat sich nicht durchgesetzt. Auch die Brötchentaste entfällt. Kurzzeitparken ist künftig auch so möglich.

Und auch die Idee der Änderung ist wesentlich leichter erklärt, als eine neue Parkgebührenordnung ihren Weg durch die parlamentarischen Gremien genommen hat: Anstatt wie bisher für festgelegte Zeiträume das passende Kleingeld zusammensuchen zu müssen (oft passt es nicht), wird künftig dem Parker exakt die Zeit zur Verfügung gestellt, die der eingeworfenen Geldsumme entspricht.

Los geht es mit 10 Cent: Dafür gibt es fünf Minuten Parkzeit. Das ist der Mindesttakt. Von da kann man sich beliebig nach oben kombinieren. Bei 2,40 Euro ist Schluss, dann hat man die Höchstparkzeit von zwei Stunden erreicht. Der Automat nimmt folgende Münzen an: 10 Cent, 20 Cent, 50 Cent, 1 Euro und 2 Euro. In der Kombination dieser Münzen sind durch den linearen Takt jetzt viele verschiedene Parkzeiten möglich.

Als Alternative gibt es zudem weiterhin die Möglichkeit des ticketlosen Parkens mit dem Mobiltelefon. Gerade erst hat die Stadt mit einem neuen Anbieter einen Vertrag abgeschlossen.

Bei den Politikern hatten sich immer wieder Bürger gemeldet, die sich über die bestehende Regelung ärgern. Seit die Stadt im November 2013 die Preise für das Parken erhöht hat, ist die Bestückung der Parkuhren umständlicher geworden. Bei Tarifen von 60 Cent für die halbe und 1,20 Euro für die volle Stunde braucht der Kunde immer mehr als eine Münze, um sie angemessen zu füttern.

Da die Automaten nicht wechseln können und passend bestückt werden müssen, kommen Kunden immer wieder in die Zwickmühle.

(hr)
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