Remscheid: Der achte Jugendrat hat sich viel vorgenommen

Remscheid: Der achte Jugendrat hat sich viel vorgenommen

Der achte Jugendrat hat Fahrt aufgenommen und zeigt sich ambitioniert. Die Mitglieder wollen mitmischen - das machten sie diese Woche in ihrer Sitzung deutlich. Mit ihren Ideen werden sie für Gesprächsstoff in der großen Politik sorgen.

Revitalisierung der Innenstadt, Schulentwicklung, Digitalisierung, Arbeitsmarkt und internationale Beziehungen. Nein, das ist nicht die Tagesordnung des Stadtrates. Es sind die Themen auf der Liste des Jugendrates, der seine Arbeit, zwei Monate nach der offiziellen Vereidigung, sehr ernst nimmt. Diese Wochen luden sich die Mitglieder den Abteilungsleiter für Stadtentwicklung, Heinrich Ammelt, in ihre Sitzung ein, um sich über Konzept und Planung rund um die Alleestraße zu informieren. Auch die jungen Ratsmitglieder haben Ideen entwickelt, um die Innenstadt für ihre Zielgruppe schöner zu gestalten.

Beispielsweise durch gepflegtere Baumscheiben auf der Allee oder durch kleine Hingucker, wie bunte Stromkästen und sprechende oder zumindest als Monster gestaltete Mülleimer. Inwiefern sich diese Ideen mit dem bestehenden Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt vereinbaren lassen, wollen die Jugendlichen bei einem Treffen mit Innenstadtmanager Jonas Reimann und Quartiersarchitekt Christian Wlost herausfinden.

Dass der achte Jugendrat sich auch an landespolitische Themen heranwagt, wie etwa die inhaltliche Ausgestaltung der Lehrpläne, hatte er ja bereits bekundet. In ihrer Projektgruppe "Moderne Schule" diskutierten die Teilnehmer nun auch darüber, ob Schulen Tablets für Schüler anschaffen sollten. "Das wäre sicherlich schonender für die Rücken der Schüler", argumentierten unter anderem Beatriz Oliveira Teles (15) oder Francesco Lo Pinto (17). Statt vieler Bücher könnten die Lerninhalte allesamt auf das mobile Endgerät geladen werden.

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"Ich glaube nicht, dass es günstiger wäre, Tablets für alle Schüler anzuschaffen", sagte Niklas Reinberger (15). Darüber hinaus seien die Elektrogeräte anfälliger für Schäden als ein Buch. "Und Lerninhalte werden schon heute von vielen Lehrern über Dropbox online bereitgestellt, die man sich zuhause runterladen kann." Auch zum Thema Arbeitsmarkt hat der Jugendrat Ideen entwickelt, die bestehende Projekte erweitern könnten, wie etwa die Taschengeldbörse der Diakonie. In einer App würde er Angebote bündeln. Auch hier suchen sich die Mitglieder Kooperationspartner und wollen mit Natalia Talmon von der Taschengeldbörse der Diakonie Kontakt aufnehmen.

In puncto Öffentlichkeitsarbeit will der Jugendrat auf allen Kanälen Präsenz zeigen, etwa mit einem Instagram-Account (@jugendrat_remscheid). International wird es am 27. Juni. Dann erhält die dbb-Jugend-NRW Besuch von einer chinesischen Delegation, bei der sich der Jugendrat vorstellen soll.

(RP)