Schloss Burg in Remscheid: Das erste Etappenziel ist fast erreicht

Schloss Burg in Remscheid: Das erste Etappenziel ist fast erreicht

Der Bergfried von Schloss Burg erstrahlt in neuem Glanz. Die erste Phase der Sanierung war recht aufwendig.

Der Bergfried von Schloss Burg gilt für gemeinhin als eines der markantesten Wahrzeichen der Region. Rund 32 Meter ragt der wuchtige Turm, dessen Fundamente noch aus dem 12. Jahrhundert stammen, in den Himmel über dem Bergischen Land - und erstrahlt seit kurzer Zeit auch wieder in neuem Glanz. Denn inzwischen ist die erste Bauphase zur grundlegenden Sanierung von Schloss Burg weit fortgeschritten.

So wurde das Gerüst, das über mehrere Monate den Blick auf den Bergfried eingeschränkt hatte, in den zurückliegenden Wochen zu großen Teilen abgebaut. Und auch die Arbeiten am Grabentorhaus sind weit gediehen. Das sagte jetzt eine Sprecherin der Stadt Solingen auf Anfrage, die zudem betonte, der Zeitplan für die Gesamt-Renovierung des Baudenkmals sei bislang im Großen und Ganzen eingehalten worden.

Dabei hatten die Handwerker und Arbeiter auf der Großbaustelle Schloss Burg während dieser ersten Sanierungsetappe, die Mitte des Jahres endgültig abgeschlossen werden soll, zuletzt alle Hände voll zu tun. Beispielsweise galt es, sämtliche Fenster sowie Türen am Turm des Wahrzeichens einer Generalüberholung zu unterziehen. Und auch die Mauern des Bergfrieds hatten vielfach ein regelrechtes "Facelifting" nötig.

Indes zeigte sich in diesem Zusammenhang einmal mehr sehr deutlich, dass die historische Anlage im Lauf der Zeit tatsächlich sprichwörtlich in die Jahre gekommen ist. "Bei den Arbeiten stellten sich an etlichen Steinen deutlichere Schäden heraus, als zunächst angenommen worden war", sagte die Stadtsprecherin. Was zur Folge hatte, dass manche der Original-Quader nicht mehr zu retten waren und gegen neue Steine ausgetauscht werden mussten.

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Um das vertraute Bild von Schloss Burg nicht zu verändern und um den geschichtlichen Wert des Denkmals zu erhalten, wurden die neuen Steine deshalb jetzt aus demselben Steinbruch bei Lindlar im Oberbergischen geschlagen, der auch schon während der Rekonstruktion der Anlage im späten 19. Jahrhundert das Baumaterial geliefert hatte. Und nicht nur das. Um möglicht originalgetreu zu bauen, rührten die Arbeiter den Mörtel für die Fugen ebenfalls nach historischem Vorbild an.

Ganz einfach gestaltete sich dieses Prozedere gleichwohl nicht. Denn da der Mörtel den heutigen strengen Bauvorschriften Genüge tun muss, standen zunächst umfangreiche Tests an. So wurde das Material unter anderem eingefroren und wieder aufgetaut, um auf diese Weise seine Temperaturbeständigkeit zu prüfen. Wie ohnehin die gesamte Baumaßnahme den modernen Anforderungen standzuhalten hat. Etwa im Bereich der Fenster, die wie die Türen fast vollständig erhalten sowie nach energetischen Kriterien instandgesetzt wurden.

In den kommenden Monaten steht im Rahmen der aktuellen Bauphase, die als Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) insgesamt knapp fünf Millionen Euro umfasst, noch der Innenausbau von Bergfried und Grabentorhaus an. Beispielsweise werden die Fußböden erneuert, damit nach Abschluss der Arbeiten ein nächster Schritt zur touristischen Neuaufstellung rund um Schloss Burg gemacht werden kann.

Ziel der Verantwortlichen ist es, den Bergfried zukünftig für eine neu konzipierte Ausstellung zur Geschichte des bergischen Wahrzeichens zu nutzen. Auf mehreren Ebenen des Turms werden dann unter anderem Filme zu sehen sein, die historische Ereignisse wie die "Schlacht von Worringen" oder die "Kinderverlobung auf Schloss Burg" für Besucher anschaulich machen sollen.

(RP)