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Remscheid: Das eigene Häuschen bleibt im Trend

Remscheid : Das eigene Häuschen bleibt im Trend

Das Ehepaar - beide 32 Jahre alt, zwei Kinder im Alter von zehn und sieben Jahren - sahen sich interessiert die Angebote an kleinen Häuschen auf der Remscheider Immobilienbörse an. Sie hatten kurz vorher die Stadtsparkasse Remscheid betreten und waren sofort an der ersten Angebotstafel hängen geblieben. "Wir wohnen auf dem Hasten und wollen dort nicht weg, der Kinder wegen", sagte die Frau. Und jetzt sei es Zeit für ein kleines Häuschen auf dem Hasten.

Kein leichtes Unterfangen. Die Nachfrage in Remscheid sei größer als das Angebot, weiß Thomas Christ, Leiter des Immobilien-Centers der Stadtsparkasse. Gleichwohl bedeute das keinen Frust für Kaufwillige: Die Preise seien in den letzten Jahren stabil geblieben. Und damit auch die Zufriedenheit bei Verkäufern und Käufern. Es gebe einen bisher ungebrochenen Trend bei der Immobilienbörse, sich konkret zu informieren und sogar zu kaufen oder zu verkaufen. Diesmal sei bereits vor Öffnung der Börse ein Andrang feststellbar gewesen, sagte Frank Dehnke, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse gleich zu Anfang. Insofern würden sicherlich mehr als die über 1000 Besucher des vergangenen Jahres die Börse besuchen - nicht zuletzt des regnerischen Wetters wegen.

Bereits vor 10 Uhr waren Parkplätze knapp in der Umgebung der oberen Alleestraße. Es sei ein Phänomen, sagte Dehnke: Es gehe alles weg. Tenor: Wenn sich also jemand verändern möchte, dann jetzt. Stadtsparkassenchef Dehnke weiß auch, warum: Im Gegensatz zu den Gebieten um Köln und Düsseldorf seien die angebotenen Objekte in Remscheid gut zu vermieten - sie erwirtschafteten schnell gute Rendite. Zum anderen gebe es einige ältere Hausbesitzer, die sich ernsthaft Gedanken machten über die persönliche Zukunft: Das eigene Haus zu einem barrierefreien Objekt umbauen oder lieber verkaufen und sich davon eine kleinere, barrierefreie Wohnung kaufen? Damit halte sich Angebot und Nachfrage auf ähnlichem Niveau, meinte Dehnke.

Zudem spiele es auch eine gewichtige Rolle, dass Immobilien in Remscheid wesentlich preisgünstiger sind als in Köln und Düsseldorf. Hinzu kommt der allgemeine Trend, dass viele immer noch lieber Geld ins Eigentum stecken als in den Finanzmarkt - so etwa in eine zeitgemäße energetische Umgestaltung der eignen vier Wände.

Die Stadt Remscheid informierte in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW konkret über eine Energieberatung im Rahmen einer Haus-zu-Haus-Aktion in Remscheid-Reinshagen. Die Stadt sei auch eine der ersten Adressen, um sich über die Finanzierung von Maßnahmen zur Wohnungsanpassung zu informieren, sagte Wolfgang Putz, Leiter des Umweltamtes.

Sabine Schneider vom Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen wies darauf hin, dass bei Neubauten auch auf eine kind- und altersgerechte Bauweise zu achten sei. Solche Tipps können Käufer gleich beachten etwa bei den Grundstücken, die die Gewag ganz aktuell in der Auguststraße für maximal zwei Vollgeschosse anbietet.

(RP)