Daniel Huppert leitet die Bergischen Symphoniker

Nachfolger für die Symphoniker : Daniel Huppert übernimmt Orchester

Von vier Kandidaten bekam Daniel Huppert die meisten Stimmen der Musiker. Er wird ab der Spielzeit 2019/2020 der neue Generalmusikdirektor der Bergischen Symphoniker und wechselt aus Schwerin ins Bergische Land.

Als Daniel Huppert in der vorigen Woche die Ouvertüre von Mozarts „Zauberflöte“ und den zweiten Satz aus Brahms zweiter Sinfonie im Proberaum am Bruch dirigiert hatte, sei Sympathie und Wohlgefallen auf beiden Seiten entstanden. „Da kam etwas zurück“, berichtet ein Ohrenzeuge. Nach der ersten Probe habe das Orchester sogar einen neuen Klang gehabt, heißt es. Der 37-jährige Huppert setzte sich mit seinem Probedirigat gegenüber drei anderen Kandidaten durch, so dass das Auswahlgremium und der Aufsichtsrat am vergangenen Freitag den gebürtigen Badener zum Nachfolger von Peter Kuhn als Generalmusikdirektor wählten. Ab der Spielzeit 2019/2020 leitet er für fünf Jahre die Bergischen Symphoniker.

Die junge Karriere von Huppert weist eine Vielzahl von beeindruckenden Positionen aus. Er ist seit der Spielzeit 2012/13 Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin und seit dem Wintersemester 2017/18 zudem Professor für Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

Er studierte Violoncello, Dirigieren, Musikwissenschaft und Germanistik in Saarbrücken und Dirigieren in Weimar. Mehrfach wurde er als Preisträger renommierter Wettbewerbe ausgezeichnet, so gewann er 2010 den zweiten Deutschen Operettenpreis für junge Dirigenten der Oper Leipzig, den Dirigentenwettbewerb des MDR Sinfonieorchesters Leipzig und 2011 den Witold Lutosławski Wettbewerb für junge Dirigenten in Warschau. Bis Ende 2010 war er „Assistant du chef d’orchestre“ an der Opéra National de Paris (Bastille). Dirigate führten ihn an die Komische Oper Berlin, zur Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken / Kaiserslautern, zum MDR Sinfonieorchester Leipzig, zu den Jenaer Philharmonikern, zum Philharmonischen Orchester Würzburg, zum Staatsorchester Darmstadt und zum österreichischen Ensemble für Neue Musik. Er ist darüber hinaus Chefdirigent der Zuger Sinfonietta und dirigiert im nächsten Jahr am Münchner Gärtnerplatztheater Prokofieffs „Romeo und Julia“.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz betonte als Aufsichtsratsvorsitzender der Orchester GmbH, mit Huppert eine Wahl getroffen zu haben, die die Zukunft des Orchesters festigen helfe. Die Finanzierung sei für die nächsten Jahre gesichert. Mit der neuen Führung könne sich das Orchester weiter in der Stadtgemeinschaft verankern.

„Wir wollen, dass das Orchester ein Aushängeschild des Bergischen Landes bleibt“, sagte Solingens OB Tim Kurzbach bei der Vorstellung des neuen GMDs.

Huppert musste gestern zwei Konzerte dirigieren und meldete sich daher per Videobotschaft aus dem Schweriner Theater. Er trug schwarzes T-Shirt und graue Leinenjacke. Die Offenheit und die Musizierfreude des Orchesters hätten ihn begeistert. Er wolle mit seinen Konzerten für „bewegende Momente“ sorgen. Die Gestaltung des Spielplans für die nächste Saison liegt nun in seinen Händen. Den Aufsichtsrat hat er auch mit seinen Ideen überzeugt, mit neuen Formaten neue Besucherschichten zu den Konzerten zu locken.

Die Wahl war nötig geworden, weil der im Sommer gewählte Kandidat Mihhail Gerts kurzfristig abgesprungen ist.

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