1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Coronavirus sorgt für Streit um Hygiene an Schulen in Remscheid

CDU will Desinfektionsmittel, Stadt setzt auf Seife und Wasser : Coronavirus sorgt für Streit um Hygiene an Schulen in Remscheid

Wirksame Desinfektionsmittel sind kaum noch zu bekommen. Die bei der Stadt vorhandenen Bestände sollen nun jenen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden, die unmittelbaren Kontakt mit Menschen haben, die möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert sind.

Für die Prävention gegen eine Ansteckung mit dem Virus an den Remscheider Schulen hält die Stadt die Ausstattung aller Schulen mit Seife und Papierhandtüchern für ausreichend. „Der Feuerwehrmann im Rettungswagen hat kein Waschbecken, wo er sich mal schnell die Hände waschen kann“, sagte Neuhaus, der auch Leiter des städtischen Krisenstabs zum Coronavirus ist, am Mittwochabend am Ende einer ausgiebigen Diskussion um Hygiene an Schulen. Zuvor hatte er die in dieser Woche gestartete Informationskampagne zur Hygiene vorgestellt. Sie stellt in Bild und Wort auf Postern und Aufklebern vor allem die Bedeutung des richtigen Händewaschens in den Fokus.

Angestoßen hatte das Thema der schulpolitische Sprecher der CDU, Alexander Schmidt. Der Lehrer am Lenneper Röntgen-Gymnasium berichtete, dass sich im Schulalltag immer wieder Situationen ergeben, in denen Desinfektionsmittel gebraucht werden. Dass kranke Schüler ihren Lehrer anniesen oder sich erbrechen, komme regelmäßig vor. Zum Schutz von Kindern und Lehrern vor Ansteckung solle darum Desinfektionsmittel an mehreren Stellen in der Schule zugänglich sein Eine Forderung, die die CDU bereits 2017 aufstellte, die vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung aber noch mal an Bedeutung gewinne, so die Argumentation.

Schmidt wollte die erneute Absage der Stadt an eine Installation von Desinfektionsmittelspender in Schulen nicht so einfach hinnehmen. Seine Forderung: Wenn die Stadt so von der Wirkung von Wasser und Seife überzeugt sei, müsse sie auch konsequent sein und die Spender mit Desinfektionsmitteln in öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus abbauen.

Schulleiter unterschiedlicher Schulformen schilderten im Zuge der lebhaften Diskussion ebenfalls Probleme rund um das Thema Hygiene. So seien Seifenspender nicht mehr vorhanden oder zum Teil defekt, die versprochene Handtuchlieferung gar nicht erst angekommen.

In den Blick geriet dabei auch das Thema Reinigung. Silvia Siegemund, Schulleiterin an der Freiherr-vom-Stein-Grundschule in Lennep , berichtete, dass die Reinigungskräfte aufgrund fehlender Zeit die Sanitär-Anlagen überhaupt nicht gründlich säubern könnten.

Bernd Schaub (FDP) berichtete, dass den Putzteams die Reinigung der Computertastaturen sogar untersagt sei. Dementsprechend sähen die Keyboards, die im Laufe eines Schuljahres durch viele Hände gehen, aktuell aus. Unter hygienischen Aspekten sei das ein Unding.

Neuhaus versprach Schaub, den Aspekt der Computer-Reinigung zur Klärung mit ins Rathaus zu nehmen. Er appellierte zugleich an die Eigenverantwortung der Schulen im Umgang mit ihren Schülern. Jetzt sei „ein guter Zeitpunkt, um die Schüler darauf hinzuweisen, dass man Seifenspender nicht von der Wand reißt“. Das griff Waltraud Bodenstedt (Wählergemeinschaft) auf. Sie erinnerte daran, dass die Stadt sehr viel Geld ausgibt, um Vandalismus-Schäden auf Schultoiletten zu beseitigen.