1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Coronavirus in Remscheid: Halle West wird zum Impfzentrum

Coronavirus in Remscheid : Halle West wird zum Impfzentrum

Die Sporthalle West in Reinshagen wird bis zum 15. Dezember als Impfzentrum für Teile der Remscheider Bevölkerung eingerichtet. Nach Protesten gegen den Standort Hackenberg hat sich der Krisenstab umentschieden.

Die Sporthalle West in Reinshagen wird bis zum 15. Dezember als Impfzentrum für Teile der Remscheider Bevölkerung eingerichtet. Nach Protesten gegen den Standort Hackenberg hat sich der Krisenstab nach erneuten Prüfungen für diesen Standort entschieden. Die Impfungen sollen dort im Januar starten. Das Impfzentrum soll nach aktuellen Planungen bis Mitte 2021 betrieben werden. In früheren Stellungnahmen hatte die Stadt von etwa 15.000 Menschen gesprochen, die im Impfzentrum erwartet werden.

Die Vorgaben von Bund und Land gehen für die erste Impfphase davon aus, dass etwa 20 Prozent der Bevölkerung in den Zentren oder von mobilen Teams geimpft werden sollen. Mit Letzterem werden Menschen betreut, die wegen ihres Gesundheitszustands nicht mehr mobil sind. Zur Gruppe mit der obersten Priorität zählen auch Beschäftigte der „kritischen Infrastruktur“ wie Pfleger, Polizisten, Feuerwehrleute, Erzieher und Lehrer.

Um eine gleich gute Eignung wie das zunächst in Auge gefasste Sportzentrum Hackenberg in Lennep zu erreichen, soll es vor Ort eine Einbahnstraßenregelung und Parkverbote geben. Der Busverkehr, der bislang nur an der Reinshagener Straße hält, soll zur Sportanlage herangeführt werden. „Auf jeden Fall muss der Bus bis zur Halle fahren“, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs, Thomas Neuhaus, im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Stadtwerke prüfen nun, wie sie den Verkehr zur Halle West neu organisieren.

Die Schüler, die bislang die Halle für ihren Sportunterricht nutzen, sollen nach Hackenberg befördert werden, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Genutzt wird die Halle West für den Schulsport vom Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung, dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und der Alexander-von-Humboldt-Realschule.

Die Stadt habe sich die Entscheidung über den Standort nicht leicht gemacht, sagte Neuhaus und wies auf die zahlreichen Objekte im Stadtgebiet hin, die unter Zeitdruck auf eine Eignung für den sehr speziellen Zweck geprüft worden seien. Dazu zählen neben der früheren Grundschule am Stadion in Lennep unter anderem die leer stehenden Flächen des Real-Supermarktes im Allee-Center oder das Sinn-Leffers-Gebäude auf der Allee. Aus unterschiedlichen Gründen erfüllten diese Objekte nicht den sehr umfangreichen Anforderungskatalog der Ministerien. So müssen die Standorte nicht nur barrierefrei erreichbar und verkehrlich gut angebunden sein. Es muss dort auch möglich sein, parallel bis zu vier so genannte Impfstraßen einzurichten, wo die „Impflinge“ in einem Einbahnstraßen-System verarztet werden können.

Dass Hackenberg diese Voraussetzungen aus Sicht des Krisenstabs ideal erfüllt, habe man öffentlich bekannt gemacht, bevor man den von der Entscheidung Betroffenen eine Begründung dafür gegeben habe, räumte Neuhaus selbstkritisch ein. Nachdem der Sportbund am Wochenende auf die Probleme hingewiesen hatte, die ein mehrmonatiger Ausfall der Hallennutzung für den Rollhockey-Bundesligisten IGR Remscheid bedeuten könnte, habe man noch einmal neu überlegt, wie man eine Lösung mit größerer Akzeptanz erreichen könne. Die Halle West sei mit den beschriebenen Zusatzmaßnahmen ein gleichwertiges Impfzentrum. Bevor die Stadt am Mittwoch die Entscheidung für die Halle West öffentlich machte, informierte Neuhaus den IGR-Vorsitzenden Georg Feldhoff. Der sei dankbar über diese Entscheidung, sagte der Sportdezernent. Den Vereinen, die die Halle West nutzen, hat man Hilfe angeboten, etwa für den Transport in andere Sporthallen.

Umziehen muss auch der Stadtrat, dem die Halle West seit Monaten als Corona-gerechtes Ausweichquartier dient. Er soll künftig in der Aula der Albert-Einstein-Gesamtschule zusammen kommen.