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Corona-Virus: Solingen hilft Remscheid bei Intensiv-Versorgung

Unterstützung aus der Nachbarstadt : Corona: Solingen hilft Remscheid bei Intensiv-Versorgung

Das bergische Städtedreieck kooperiert im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie. In einer gemeinsamen Presseerklärung kündigten die Stadtspitzen von Remscheid, Wuppertal und Solingen am Dienstagnachmittag eine „regionale Koordinierung klinischer Intensivkapazitäten“ an.

Sie reagieren damit auf die weiterhin sehr hohen Infektionszahlen in den drei Städten und die zunehmende Zahl der Menschen, die wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden müssen. Auch die Zahl der Menschen, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, steigt.

Als ersten Schritt erklärte sich Solingen bereit, Remscheid für Notfälle fünf Plätze im städtischen Klinikum zur Verfügung zu stellen. Solingen verfügt als einzige der drei Städte noch über ein Krankenhaus in städtischer Trägerschaft, hat dazu noch zwei Krankenhäuser unter konfessioneller Führung. Die Zusage der Klingenstadt gilt so lange wie die Nachbarstadt diese Plätze nicht selber braucht. 

Noch sei es aber nicht so weit, dass man diese Hilfe unmittelbar in Anspruch nehmen müsse, sagte Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) im Gespräch mit unserer Redaktion. Man wolle jedoch weiterhin „vor der Lage sein“, um auf Entwicklungen gut reagieren zu können. Die aktuelle Entwicklung der Zahlen sei „alarmierend“ und mache weitere Schritte nötig. So hatte das privat geführte Remscheider Sana-Klinikum in der vergangenen Woche über ein Ampel-System mit der Farbe Rot zwischenzeitlich eine Überlastung signalisiert. Aktuell stehe die Ampel wieder auf Gelb, sagte der OB am Dienstag. Zur Vorbereitung auf eine mögliche Verschärfung der Situation hatte die Stadt zuletzt auch das Notfallkrankenhaus in der Halle Neuenkamp wieder hochgefahren. Im Sommer war es nach dem Rückgang der Infektionszahlen abgebaut worden.

Damit die drei Städte künftig auch bei den Behandlungskapazitäten der anderen Krankenhäuser vor Ort zusammenarbeiten können, will das Städtedreieck in einem gemeinsamen Brief an die Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (NRW) und Jens Spahn (Bund) appellieren, regulierend einzugreifen. Wie bereits bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr sollen die Kliniken einen finanziellen Ausgleich dafür bekommen, wenn sie nicht zwingend erforderliche Eingriffe verschieben. Damit würden zusätzliche Betten für die Corona-Behandlungen frei, ohne dass die Krankenhäuser wirtschaftlich darunter leiden müssten. Wie Mast-Weisz sagte, sei dieser Schritt aktuell noch mehr geboten als im Frühjahr, weil die Infektionszahlen jetzt deutlich höher seien. Sollten die Minister dafür grünes Licht geben, soll es eine größere Gesprächsrunde geben, in der die Zusammenarbeit besprochen wird. Es gibt viel Abstimmungsbedarf.

Die Idee zur Kooperation sei von Remscheid ausgegangen, sagte der Remscheider OB auf Nachfrage. Am Freitag berieten sich die drei Stadtoberhäupter Burkhard Mast-Weisz, Tim Kurzbach (Solingen) und der neu gewählte Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind in einer Videokonferenz, an der auch die Leiter der städtischen Krisenstäbe teilnahmen. „Wir im Bergischen stehen hier Seite an Seite; wir werden lokal alles in unserer Macht stehende für die Gesundheit unserer bergischen Bürgerinnen und Bürger ermöglichen“, sagte der wie auch Mast-Weisz im September mit klarer Mehrheit wiedergewählte Solinger OB Tim Kurzbach (SPD).