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Corona-Virus in Remscheid: Verstärkte Kontrollen in der Innenstadt

Voraussichtliche Inzidenz von 119 : Remscheid verstärkt Hygiene-Kontrollen in der Innenstadt

Die zehn Soldaten im städtischen Gesundheitsamt verlängern ihren Dienst in der Seestadt auf dem Berge aufgrund der weiterhin steigenden Zahl der Neuinfektionen um weitere zwei Wochen.

Am Freitag wird der 7-Tage-Inzidenz-Wert in Remscheid laut Berechnungen des Gesundheitsamtes bei 119 liegen. Die Mitarbeiter bekommen mehr und mehr zu tun, um die Nachverfolgung der Kontaktpersonen erfolgreich leisten zu können. „Im Augenblick schaffen wir das gerade noch“, sagt Dr. Frank Neveling, Leiter des Gesundheitsamtes.

Der Freitag sollte eigentlich der letzte Arbeitstag der zehn Soldaten sein, die bei der Nachverfolgung und bei den Abstrichen geholfen haben. Thomas Neuhaus, Vorsitzender des Krisenstabes, hat aber eine Verlängerung bis zum 6. November beantragt. „Ich bin mir sicher, dass wir die auch bekommen“, sagt Neuhaus. Die Nachverfolgung gehört zu den zentralen Instrumenten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. 50 Mitarbeiter im Gesundheitsamt sind mit Corona beschäftigt. 30 Mitarbeiter mit der Nachverfolgung. Pro neuen Fall brauchen wir etwa einen halben Tag, rechnet Neveling vor.

Seit Mittwoch haben die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes ihre Präsenz auf der Alleestraße und in der Innenstadt verstärkt. Die angeordnete Maskenpflicht zwischen Zange und Willy-Brand-Platz soll überprüft werden. In der Lenneper Altstadt herrscht keine Maskenpflicht. Dort gilt nur die allgemeine Empfehlung der Stadt. „Wir weisen zunächst die Leute darauf hin und klären auf“, sagt Daniel Pfordt, Abteilungsleiter im Ordnungsamt. Die meisten Bürger zeigten Verständnis für die Maßnahme. Es gebe nur wenige Besucher der Innenstadt, die sich dagegen auflehnen. Am Freitag sollen auch die neuen Hinweisschilder installiert werden. Diese Hinweise würden die Arbeit des KOD erleichtern.

Seit Remscheid im September den Inzidenz-Wert von 35 überschritten hatte, erhöhte der KOD den Kontrolldruck. Mit der Verhängung der Sperrstunde und der Begrenzung der Teilnehmerzahl einer Gruppe im öffentlichen Raum kommen immer mehr Aufgaben hinzu. Dass sich die Hygieneregeln auch nach sieben Monaten Leben mit der Pandemie nicht überall herumgesprochen haben, zeigt die Bilanz des KOD am Mittwoch: 15 Ordnungswidrigkeiten vermerkt die Statistik. Es sind Kneipen, Nagelstudios und Imbiss-Stuben, die beim KOD auffällig werden. „Wir verhängen Bußgelder und schließen auch das eine oder andere Geschäft“, sagt Pfordt. Auch eine Gruppe von zehn Jugendlichen muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Jugendlichen hätten sich trotz Ermahnung geweigert, ihr Treffen aufzulösen. 15 Ordnungswidrigkeiten, das sei in jüngster Zeit ein normaler Wert, sagt Pfordt.

Bei den einschränkenden Maßnahmen will es die Stadt zunächst belassen. „Wir wollen nicht überdrehen“, sagt Thomas Neuhaus. Vor dem Schulbeginn am Montag hat er keine große Angst. Von den Sommerferien bis zu den Herbstferien wurden alle Schülerinnen und Schüler, die mit Quarantäne belegt wurden, auch getestet. Bei 600 durchgeführten Tests kam es dem Gesundheitsamt zufolge nur zu zwei positiven Ergebnissen. Die Erkrankungen ließen sich auf das häusliche Umfeld zurückführen. „Wir können sagen, dass die Schulen keine Hotspots sind“, sagt Neuhaus. Er hofft auf klare und vor allem rechtzeitige Vorgaben des Landes, wenn sich etwas ändern sollte. Er unterstütze die Überlegung des Lehrerverbandes, die Klassen zu verkleinern und im Schichtdienst zu arbeiten.