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Corona-Krisenstab: „Wir müssen auch in Remscheid mit Toten rechnen“

„Jeder muss die Vorgaben beachten“ : Remscheider Krisenstab droht mit Ausgangssperre

Nach aktuellen Stand wurden 14 Remscheider positiv auf Covid-19 getestet. Das teilt die Stadt mit. Zusätzlich befinden sich 118 Bürger in angeordneter Quarantäne.

Thomas Neuhaus, der Leiter des Remscheider Krisenstabes, warnt eindringlich davor, diese für NRW vergleichsweise geringen Zahlen, als „Entwarnung“ zu nehmen: „Die Lage ist sehr ernst. Wir müssen leider auch in Remscheid mit Toten rechnen. Auch bei uns gibt es immer mehr erkrankte Menschen, die unerkannt bleiben. Es ist davon auszugehen, dass deutlich mehr als die offiziell bestätigten 14 Personen infiziert sind. Eine Nachverfolgung der Infektionsketten ist nicht mehr vollständig möglich.“

Die einzige Chance das Infektionsgeschehen zu verlangsamen, liege nun in der absoluten Beschränkung aller sozialen Kontakte auf das zwingend erforderliche Mindestmaß.Neuhaus: „Wenn wir jetzt nicht dazukommen, dass diese Maßnahmen ausnahmslos von Jedem und Jeder in dieser Stadt beachtet werden, wird eine komplette Ausgangssperre in Kürze unumgänglich sein.“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz appelliert daher: „Bleiben Sie soeben es geht zu Hause. Vermeiden Sie unnötige soziale Kontakte, so schwer es auch fällt. Es ist jetzt nicht die Zeit für Partys und gesellige Runden - weder drinnen noch draußen und über alle Generationen. Retten Sie dadurch Leben. Helfen Sie durch umsichtiges Verhalten, die Gesundheit derer aufrecht zu erhalten, die in dringenden Schlüsselpositionen von uns allen benötigt werden.“ Dazu zählt er unter anderen medizinisches Personal, Lebensmitteleinzelhandel, Infrastruktursektor, Feuerwehr, Polizei und Ordnungskräfte.

Allerdings zeigten tägliche Beobachtungen, Rückmeldungen von Bürgern und auch die Einsatzlisten des Kommunalen Ordnungsdienstes, dass dies noch nicht von jedem verinnerlicht worden ist. Die Stadt Remscheid versuche durch Aufklärung und Gespräche auf zahlreichen Ebenen zu sensibilisieren. „Bitte halten Sie dringend alle ausgesprochenen Einschränkungen und Verbote ein. Sie schützen damit nicht nur Ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben Dritter. Und Sie verhindern so eine komplette Ausgangssperre“, so Thomas Neuhaus.

Besonders wichtig sei es jetzt auch, für Menschen da zu sein, die sich beispielsweise in Notsituationen oder in Quarantäne befinden. Auch Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, brauchen Unterstützung.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Thomas Neuhaus heben hervor, dass es hierzu bereits zahlreiche öffentliche und auch private Hilfsangebote und Vernetzungen gibt. Gebündelt werden diese unter dem städtischen Hilfstelefon für Ältere und Vorerkrankte und der Nummer 0 21 91/464 53 51. Mast-Weisz bittet: „Schauen Sie nach Ihren Nachbarn, nach Ihren Angehörigen, fragen Sie, ob Hilfe benötigt wird und helfen Sie. Lassen Sie uns die aktuelle Krise von bisher unbekanntem Ausmaß gemeinsam in unserer Stadt Remscheid meistern.“

(red)