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Corona in Remscheid: Stadt schließt Sporthallen - kritischer Wert überschritten

Corona-Ausbruch : Stadt Remscheid verbietet Sportunterricht in Hallen

Der Krisenstab in Remscheid hat auf die steigenden Coronazahlen mit ersten Einschränkungen reagiert. Betroffen ist zunächst der Sportunterricht. Der Wert der 7-Tage-Inzidenz hat die kritische Grenze von 50 überschritten.

Die Zahl der Menschen, die sich in Remscheid mit dem Corona-Virus angesteckt haben, ist weiter gestiegen. Inzwischen hat der Wert der 7-Tage-Inzidenz die kritische Grenze von 50 überschritten. Nach Angaben der Stadt ist er auf 52 gestiegen, am Vortag lag er noch bei 37,9. Insgesamt meldet die Stadt 19 Neuinfektionen. Damit steigt die Anzahl der Infizierten auf 78. 385 Menschen müssen in Quarantäne leben, weil sie im Verdacht stehen, sich angesteckt zu haben. Vier Personen, die aus Risikogebieten zurückgekehrt sind, dürfen 14 Tage lang ihr Haus nicht verlassen.

Neben der Empfehlung, überall im Stadtgebiet Masken zu tragen, hat der Krisenstab neue Einschränkungen beschlossen. Den Schulen wird die Durchführung von Sportunterricht in Hallen untersagt. Dies gilt zunächst bis zu den Herbstferien. Acht Sporthallen, denen eine ausreichende Lüftung fehlt, werden komplett geschlossen.

Das sind Hallen an der Alexander-von-Humboldt-Realschule, an der Albert-Einstein-Gesamtschule, am Berufskolleg Technik, im Schulzentrum Klausen, an der Grundschule Siepen und die Gymnastikhalle am Jahnplatz. Außerdem will die Stadt vorerst keine Großveranstaltungen mit über 300 Personen genehmigen.

Laut Dr. Frank Neveling, Leiter des Gesundheitsamtes, werden die Menschen, die in Quarantäne geschickt wurden, jeden Tag angerufen, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Bei den steigenden Zahlen komme der Mitarbeiterstab aber an seine Grenzen. Neveling zeigt sich erfreut, dass der Stab im Oktober um weitere acht Personen aufgestockt wird. „Wir erreichen die Menschen meist über Handy und können nur schwer kontrollieren, ob sie auch wirklich zu Hause sind“, sagt Neveling. Thomas Neuhaus, Leiter des Krisenstabes, unterstrich noch einmal: „Quarantäne ist kein Urlaub, in dem man dann mit seinem Kind auf den Spielplatz gehen kann.“

Die Toleranzgrenze bei Verstößen gegen die Corona-Regeln hat der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) deutlich gesenkt. Seit Montagabend kontrollieren die KOD-Mitarbeiter verstärkt Kneipen und Restaurants. Laut Daniel Pfordt, Abteilungsleiter KOD, gab es mehrere Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten. „Die Betreiber müssen mit einem Bußgeld rechnen“, sagt Pfordt. Von Schließungen habe man bisher abgesehen. Anders verfuhren die Mitarbeiter am Dienstag bei der Kontrolle von Friseurläden an der Alleestraße. „Wir haben vier Friseurgeschäfte dichtgemacht“, sagte Pfordt. Dort haben die Mitarbeiter gravierende Verstöße festgestellt: keine Desinfektion, keine Listen, nicht genügend Abstand. Die Betreiber müssen mit einer Strafe in vierstelliger Höhe rechnen.

Der Stab des KOD wird wieder von Mitarbeitern aus anderen Abteilungen der Stadt verstärkt. Die etwa 30 Mitarbeiter sind nun an sieben Tagen in der Woche im Einsatz. Bisher war der Sonntag frei. Verstärkt besuchen Mitarbeiter Moscheen und Teestuben. Ihr Augenmerk gilt auch den Menschenansammlungen an Bushaltestellen vor Schulen. Schüler sollen angehalten werden, dort Abstand zu halten und Masken zu tragen, so Pfordt. Thomas Neuhaus nahm am Dienstagabend an der Sitzung des Jugendrates teil, um die Multiplikatoren an Schulen dafür zu sensibilisieren, wie wichtig das Einhalten der Hygieneregeln sei. Die Stadt hat mit Unterstützung des Kommunalen Integrationszentrums eine Aufklärungsoffensive in mehreren Sprachen gestartet.

Am Mittwoch entscheidet der Krisenstab der Stadt, ob noch weitere einschränkende Maßnahmen bei den hohen Infektionszahlen notwendig sind.

(mit dpa-Material)