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Corona in Remscheid: Stadt plant neues Impfzentrum

Corona in Remscheid : Stadt plant neues Impfzentrum

Das Land Nordrhein-Westfalen fordert wegen der deutlich steigenden Infektionszahlen ein ergänzendes öffentliches Angebot der Kommune.

Ende September schloss Remscheid wie alle andere Städte auch auf Beschluss der Bundesregierung sein gut funktionierendes Impfzentrum. Die Meinung in Berlin zu diesem Zeitpunkt: Ab jetzt bekommen die niedergelassenen Ärzte das alleine hin. Keine sechs Wochen später hat die Kommune angesichts rapide steigender Infektionszahlen überall in Deutschland nun vom Land den Auftrag bekommen, als Ergänzung zum Impfen in Arztpraxen wieder ein öffentliches „niedrigschwelliges Impfangebot“ aufzubauen. Wie berichtet, klagen Kassenärzte mittlerweile über eine zu große Belastung. Es geht darum, die „Geschwindigkeit in der Durchführung der Auffrischungsimpfungen zu erhöhen und damit der Infektionsdynamik entgegenzuwirken“, heißt es im offiziellen Schreiben an die Kommunen

„Wir hatten die S-Klasse, jetzt bekommen wir einen Passat“ beschreibt der Leiter des Krisenstabs, Thomas Neuhaus, die Dimension der Aufgabe, die nun vor der Kommune liegt. Gesucht wird eine größere, für alle Bürger gut erreichbare Räumlichkeit, die es ermöglicht „eine Beschleunigung beim Impftempo“ hinzubekommen. Als Übergangslösung soll das temporäre Impfzentrum, das zuletzt in der Hausmeisterwohnung im Gesundheitsamt an der Hastener Straße eingerichtet, wurde, auf eine tägliche Öffnung erweitert werden. Aktuell können dort 150 Impfungen pro Öffnungstag stattfinden.

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Danach soll das Impfzentrum umziehen. Das Land NRW finanziert zwei Ärzte, die dort impfen können. Dieses neue Zentrum brauche aber Vorlauf, sei keine Pop-Up-Institution sagt Neuhaus. „Wir brauchen medizinisches Fachpersonal, es gibt wieder mehr Verwaltungsarbeit. Klar sei schon jetzt: Weder eine Zelt-Lösung noch eine erneute Belegung einer Turnhalle komme infrage.

„Die Nachfrage nach Impfungen haben wir aktuell noch gut im Griff“, sagte Neuhaus im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Gesundheitsamt könne Bürger auch an Ärzte vermitteln, die neben ihren eigenen Patienten noch zusätzlich impfen können. Diese Situation werde sich aber ändern, sagt Neuhaus. Der Bedarf nach Auffrischungsimpfungen steige, weil für viele Menschen jetzt die Sechs-Monats-Frist nach ihrer Zweitimpfung abläuft. Erst kürzlich wurde entschieden, dass diese Gruppe auf Wunsch eine so genannte Booster-Impfung erhalten kann.

Geht es nach Neuhaus, gilt es nun, über den Tellerrand zu schauen. „Es würde mich freuen, wenn Bund und Land schon mal überlegen, was mit der vierten und fünften Impfung ist.“ Ziel müsse es sein, eine stabile Infrastruktur hinzubekommen, die möglicherweise auch für Grippe- oder andere Impfungen genutzt werden könne. Covid-19 habe gezeigt, „dass wir dauerhaft funktionierende Strukturen brauchen“.