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Corona in Remscheid: Das planen die Gemeinden für Heilig Abend

Corona in Remscheid : Weihnachten 2020 wird digital

Alle Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises verzichten zum Fest auf Präsenzgottesdienste und bieten Alternativen. Auch die Katholische Kirchengemeinde St. Bonaventura und Heilig Kreuz feiert Weihnachten online.

Weihnachten findet statt – wenn auch anderes als gewohnt und vor allem digital. Alle 17 Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Lennep verzichten aufgrund der aktuellen Corona-Pandemielage auf Präsenzgottesdienste zu den Feiertagen. Dafür gibt es diverse anderen Angebote, um die Botschaft von Weihachten zu vermitteln: angefangen bei einer „Andacht to go“ über Live-Stream, Weihnachtstelefon bis hin zum Zoom-Gottesdienst.

„Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt“, merkte Superintendentin Pfarrerin Antje Menn beim Pressegespräch am Montag in der Lenneper Stadtkirche an. Die Entscheidung, auf die bereits ausgearbeiteten Alternativen mit gut durchdachten Hygienekonzepten zu Heilig Abend, beispielsweise der große Open-Air-Gottesdienst auf dem Schützenplatz, doch zu verzichten, sei den Gemeinden nicht leichtgefallen, erklärte sie. Letztlich zählt Weihnachten zu den wichtigsten Feiertagen der Christen, an denen die Kirchen so gut gefüllt sind wie das ganze Jahr über nicht.

In den vergangenen Tagen haben die verantwortlichen Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Mitglieder der Presbyterien viel diskutiert. Neben der Verantwortung der Kirche für die Menschen der Stadt, gehöre es auch zu den Aufgaben der Kirche, den Menschen Trost und Hoffnung zu schenken. Letztlich sei der Verzicht aber die richtige Entscheidung.

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Dass alle zum Kreis gehörigen, aber selbstbestimmten Gemeinden zum selben Entschluss für das Weihnachtsfest gekommen seien, sende eine starke Botschaft an die rund 64.000 Mitglieder, sagt Martin Rogalla, Pfarrer der Remscheider Citykirche. Das besitze mehr Kraft als ein „aufgedrückter Entschluss von oben“, betonte er. Zwar hat auch ein Großteil der Gemeinden entschieden, auf jegliche Präsenzgottesdienste bis einschließlich 10. Januar zu verzichten, das gilt bisher aber noch nicht für alle. Bei manchen stehe die Entscheidung des Presbyteriums noch aus, ergänzte Antje Menn.

Große Ansammlungen seien auch von der Kirche nicht zu verantworten, lautet auch die Meinung von Pfarrerin Susanne Peters-Gößling von der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep. Viele Mitglieder der Gemeinde haben Weihnachtspost verfasst, die etwa an die Senioren im derzeit stark von der Corona-Pandemie gebeutelten Haus Lennep geschickt werden und so ein wenig Weihnachtsfreude bringen sollen. Die Gemeindemitglieder seien sehr verständnisvoll, betonte Peters-Gößling. Einige angemeldete Teilnehmer hätten im Vorfeld bereits von sich aus abgesagt. Mit den Onlinevarianten habe man bisher aber viele erreicht.

So wird es unter anderem ein Jugend-, Blue-, Christmas- oder auch den Familiengottesdienst der Lenneper Gemeinde online geben. Die Pfarrgemeinde in Lüttringhausen bietet am 1. Weihnachtstag sowie am 31. Dezember einen interaktiven Zoom-Gottesdienst an. Für Heiligabend ist eine aufgezeichnete Version auf der Homepage abrufbar.

Die Gemeinden von Alt-Remscheid streamen um 14 Uhr live aus der Lutherkirche. Weitere Gottesdienste werden vorab aufgezeichnet und sind zur Gottesdienst-Zeit und auch später noch abrufbar. Für die Teilnehmer der Feier für Alleinstehende werden am 24. Dezember von 17 Uhr bis 20 Uhr an der Stadtkirche Taschen mit Zutaten für Mahlzeiten für die drei Weihnachtstage ausgegeben.

In die Stadtkirche am Markt können Menschen am Heiligabend zwischen 17 und 20 Uhr zu einem stillen Gebet kommen oder wenn sie ein Gespräch mit den Seelsorgern suchen, erklärte Rogalla. Er wird an diesem Abend anwesend sein. Das alles passiere unter den geltenden Schutz- und Hygienemaßnahmen. Einen großen Ansturm befürchten die Geistlichen jedoch nicht.
Zusätzlich wird vom 24. bis einschließlich 27. Dezember das Weihnachtstelefon als Gesprächsmöglichkeit geschaltet sein. Insgesamt 22 Pfarrerinnen und Pfarrer wechseln sich ab. „Die Bereitschaft war aber noch viel größer“, betonte Menn. „Es wird ein anderes Weihnachten sein, aber trotzdem schön“, ergänzte Martin Rogalla.