Remscheid: CO-Unfall — Opfer wohlauf, Ofen bleibt aus

Remscheid: CO-Unfall — Opfer wohlauf, Ofen bleibt aus

Den drei Mitarbeitern der Härterei Gommann, die bei einem CO-Unfall am Dienstagabend Vergiftungen erlitten, geht es wieder besser. Sie wurden gestern aus dem Sana-Klinikum entlassen. Das sagt Sana-Sprecherin Katrin Krause.

Der Betriebsteil, in dem das Unglück geschah, bleibt bis auf weiteres geschlossen. In den übrigen Bereichen läuft die Produktion weiter. Das berichtet Gommann-Betriebsleiter Hans-Jürgen Grasemann.

Am Dienstagabend war gegen 22.06 Uhr Kohlenmonoxid (CO) aus einem Härteofen ausgetreten. Es entsteht beim Verbrennungsprozess in geringen Mengen als Abfallprodukt. Warum es in so hoher Konzentration auftrat, ist noch nicht ganz klar. Drei Mitarbeiter klagten über Kopfschmerzen und Übelkeit und kamen ins Krankenhaus. Die Kriminalpolizei und das bei der Bezirksregierung angesiedelte Amt für Arbeitsschutz begutachteten gestern den Unglücksort.

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Weil offensichtlich keine Straftat vorliegt, ermittelt die Kripo zunächst nicht weiter. Herr des Verfahrens ist nun das Amt für Arbeitsschutz. Ihm müssen Fehlerquelle und ihre Vermeidung nachgewiesen werden, sagt Sprecherin Stefanie Paul. Erst wenn das Amt grünes Licht gebe, könne der Ofen wieder hochgefahren werden. Grasemann rechnet nicht vor Beginn nächster Woche mit einer Freigabe. Der Spezialist einer Fachfirma habe mit den Reperatur-Arbeiten gestern begonnen.

Dass sich bei Gommann innerhalb von zwei Wochen gleich zwei mal ein CO-Unfall ereignete, ist bisherigen Erkenntnissen zufolge ein Zufall. Um die Mitarbeiter über Ursachen und Konsequenzen des Unglücks zu informieren, ging die Unternehmensleitung gestern von Abteilung zu Abteilung und führte Gespräche. Die Härterei Gommann hat 130 Beschäftigte. "Natürlich waren einige beunruhigt", sagt Grasemann. Vielen sei das Kohlenmonoxid unheimlich: Es ist ein farb- und geruchloses Gas. Dessen toxische Auswirkungen machen sich erst dann bemerkbar, wenn bereits eine Vergiftung eingetreten ist, sagt Dr. Jan Krolczyk vom Sana-Klinikum. Er behandelte die Patienten.

(RP)