Remscheid: Chöre singen Passion von Telemann

Remscheid: Chöre singen Passion von Telemann

REMSCHEID (cip) Es muss nicht immer ein Oratorium von Bach sein, das an Karfreitag in den Kirchen erklingt. Die "Lukas-Passion" vom Zeitgenossen Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) ist mindestens genauso reizvoll. Das haben sich die beiden Kantoren Ursula Wilhelm und Joannes Geßner gedacht.

Es muss nicht immer ein Oratorium von Bach sein, das an Karfreitag in den Kirchen erklingt. Die "Lukas-Passion" vom Zeitgenossen Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767) ist mindestens genauso reizvoll. Das haben sich die beiden Kantoren Ursula Wilhelm und Joannes Geßner gedacht.

Am Freitag führen sie gemeinsam mit den Bergischen Philharmonikern die Passion in der Evangelischen Stadtkirche in Lennep auf. Die beiden Chöre der Kirchengemeinden bilden mit 70 Sängerinnen und Sängern ein Ensemble starker Stimmen. Die beiden Kantoren teilen sich das Dirigat. Wilhelm beginnt, Geßner übernimmt den zweiten Teil. "Telemann klingt deutlich moderner als Bach", sagt Wilhelm. Sein galanter Stil nehme bereits die Wiener Klassik vorweg.

"Seine Arien haben Ähnlichkeit mit denen von Mozart", sagt Geßner. Der Lenneper Kantor vertritt die Meinung, Telemann werde zu Unrecht als musikalisch oberflächlich abgewertet. Die meisten verbinden ihn mit seinen Blockflöten-Kompositionen. Er sei aber mehr als "nur Blockflöte".

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Von Barockmeister Telemann stammen gleich elf Versionen der Lukas-Passion. Das lag daran, dass er als Musikdirektor für fünf der hamburgischen Hauptkirchen komponierte und die Lukas-Passion im Wechsel mit der Matthäus-, der Johannes- und der Markus-Passion in regelmäßigen Abständen von vier Jahren immer wieder ins Blickfeld rückte. Telemann wollte sich im Aufführungsreigen nicht wiederholen. So überarbeitete er die Partitur immer weiter und entwickelte so seine Stilistik.

Als Solisten hat Geßner Sänger verpflichtet, die den eher schlanken Sound von Telemann singen können. Mit dabei sind: Hae Min Geßner (Sopran), Richard Resch (Evangelist), Jeong Myeon Lee (Übeltäter), Dong Young Ahn (Pilatus), Daniel Tilch (Petrus) und Jae Hyoung Kim (Jesus). Eintritt: 18 Euro im Vorverkauf, 20 Euro an der Abendkasse. Karten gibt es unter www.remscheid-live.de, beim Rotationstheater und bei Gottlieb Schmidt.

Fr. 30. März, 18 Uhr; Ev. Stadtkirche Lennep, Kirchplatz 2.

(RP)
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