Remscheid: CDU: In Sprachkurse investieren

Remscheid : CDU: In Sprachkurse investieren

Die Remscheider CDU hat nachgerechnet. Von den insgesamt 100 Millionen Euro, mit denen die schwarz-gelbe Landesregierung die Integration von Flüchtlingen unterstützen will, werden 645.000 Euro nach Remscheid fließen.

Geht es nach den Christdemokraten, wird das Geld in zusätzliche Sprachkurse investiert. "Wir haben im Remscheider Integrationsrat ein Integrationskonzept erarbeitet, in dem die Kompetenz zum Erlernen der deutschen Sprache priorisiert wurde. Dies möchte ich für die CDU-Fraktion dahingehend verstärken, dass die deutsche Sprache von Menschen mit und ohne Bleibeperspektive kurzfristig und intensiv erworben werden muss", sagt der integrationspolitische Sprecher der CDU, Jochen Siegfried.

Die Herausforderung bestehe darin, Sprachschulen zu finden und den erfolgreichen Besuch mit entsprechenden Prüfungen auch gegenüber der Stadt Remscheid nachzuweisen. "Gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen Karl-Heinz Humpert bin ich der Auffassung, dass der qualitativste und am zügigsten umzusetzende Vorschlag darin besteht, die Sprachkurse in unserer kommunalen Volkshochschule mit entsprechenden Qualifikationsabschlüssen auszubauen." Dies impliziere auch, die VHS weiter zentral als Bildungsstätte in der Stadtmitte zu behalten.

Dass der Bedarf für weitere Sprachkurse da ist, kann Nicole Grüdl-Jakobs, Leiterin des kommunalen Bildungszentrums, nur bestätigen. Weil das auch eine Frage ausreichender Räumlichkeiten ist, lotet die Stadt aus, ob in den von der VHS für Integrationskurse genutzten Gebäuden am Standort Hölterfeld weitere Kapazitäten erschlossen werden können. Grüdl-Jakobs gibt zu bedenken, dass bei zusätzlichen Kursen nicht nur die Honorare der Sprachlehrer finanziert werden müssen. Mit jedem neuen Kurs steige auch der Verwaltungsaufwand für die Mitarbeiter des Kommunalen Bildungszentrums.

  • Remscheid : Beste Bildung für Standort Remscheid
  • Remscheid
  • Remscheid

Derweil wirft der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf der CDU "Augenwischerei" und den Bruch eines Wahlversprechens vor. Die CDU habe angekündigt, die kompletten Integrationsmittel des Bundes an die Kommunen weiterzugeben. Tatsächlich aber sei es nur ein Viertel. Insgesamt stehe Remscheid finanziell schlechter, weil die Landesregierung Gelder aus der Gemeindefinanzierung, die für die Städte gedacht waren, einbehalte.

(hr)
Mehr von RP ONLINE