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Remscheid: Busse werben für Telefonseelsorge

Remscheid : Busse werben für Telefonseelsorge

In 14 Bussen der Stadtwerke wird jetzt auf das ehrenamtliche Angebot hingewiesen. Ein Sponsor macht es möglich.

Es ist eine Art "fahrendes Telefonbuch". Die Werbeplakate in den Remscheider Bussen fahren durch das gesamte Stadtgebiet und werden während der Fahrzeit tagtäglich von vielen Passagieren gelesen.

Darum freut sich Pfarrerin Annette Holzapfel sehr über die neuen Werbeplakate in 14 Bussen in Remscheid für die ökumenische Telefon-Seelsorge aus Wuppertal. "Wir können gar nicht so viele Flyer drucken, wie die Plakate Menschen erreichen", sagte die Pfarrerin bei der Übergabe von vier neuen Banner an der Wagenhalle der Verkehrsbetriebe. Seit dem 1. Juli finden die Fahrgäste zum ersten Mal in Remscheid an der Seitenscheibe der öffentlichen Verkehrsmittel die Nummer der Telefon-Seelsorge, die für die gesamte Bergische Region zuständig ist.

Mit den Einsatzgebieten der Busse in Remscheid, Solingen-Burg, Wuppertal und Wermelskirchen wird nun auf die Nummer aufmerksam gemacht. "Das ist sehr wichtig, weil viele Menschen uns gar nicht kennen. Die Nummer sollte aber so selbstverständlich werden wie die 110", erklärte Holzapfel die Wichtigkeit der Werbung.

Die Initialzündung für die Aktion stammt von Martin Schmitz von der Firma Moplak. Die Werbefirma aus Düsseldorf vermarktet seit diesem Jahr auch die Fahrzeugwerbung in Remscheid. "Ich habe eins der Plakate in einem Wuppertaler Bus gesehen und dachte, warum hängen die nicht auch in Remscheid?", erklärte Schmitz. Zusammen mit den Stadtwerken wurde ein Gemeinnützigkeitsrabatt ausgearbeitet.

Da die Telefon-Seelsorge mit ehrenamtlichen Mitarbeitern jedoch keine Gelder zur Verfügung hat, ist Holzapfel dem Sponsor der Aktion besonders dankbar. Frank Mannel, Geschäftsführer von Mannel Magnettechnik aus Remscheid, finanziert die Plakate für ein Jahr. "Ich finde die Idee gut. Wenn jemand schon ehrenamtlich arbeitet, muss man das auch unterstützen", begründet Mannel.

Holzapfel verspricht sich von der neuen Werbung nicht nur, dass die Menschen eher auf die Einrichtung aufmerksam werden, sondern dass sich vielleicht auch neue Ehrenamtliche finden lassen. "Es kann jeder bei uns anrufen, vom Kind bis zum Rentner", sagt Holzapfel. Der größte Teil der 20 000 Anrufer im Jahr sei jedoch zwischen 45 und 60 Jahre alt. Oft gehe es im Gespräch um psychische Probleme oder Schwierigkeiten in Beziehungen. "Viele sind auch einsam und brauchen Gespräche", fügt die Pfarrerin hinzu. Die Mitarbeiter sind für diese spezielle Seelsorge ausgebildet und bieten anonym und kompetent Beratung und Hilfestellung.

(lupi)