"Burglind" hat in den Wäldern gewütet

Remscheid : "Burglind" hat in den Wäldern gewütet

Das Sturmtief hat sich im Wald ausgetobt. Darum ist die Forstabteilung der Technischen Betriebe Remscheid derzeit damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen. Manche Bäume nimmt man vorsichtshalber heraus.

Die Forstabteilung der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) widmet sich zurzeit der Beseitigung von Schäden durch Wintersturm "Burg-lind". Der hatte heute vor einer Woche mit Orkanböen das Bergische Land durchgepustet. Und hinterließ stellenweise Spuren, die an "Kyrill" erinnern, der vor elf Jahren in Europa wütete - mit Spitzenböen von 225 km/h.

Anfang der Woche wies Revierförster Lothar Benkel - er betreut Forstbezirk III (vormals Lüttringhausen) - an der Erbschlöer Straße einen Privatunternehmer ein. Der zieht mit einem Rückepferd (Laub-) Schwachholz an den nächsten befestigten Weg. Schwachholz - das sind Stämme von geringem Durchmesser, die die Sägewerke nicht wollen.

Rückepferde sind Kaltblutrassen mit einem Gewicht ab 700 Kilo. Sie ziehen gefällte und entastete Baumstämme zum nächsten Waldweg und "Polterplatz", so nennen Holzfäller das Lager, wo Lang- oder Kurzholz zur Abfuhr bereitliegt. Der Vorteil: Rückepferde richten praktisch keine Schäden am Waldboden an.

Holzbauern und -betriebe setzten lange auf Maschinen, die allerdings zerstören nicht nur regenweiche Wege, sondern verdichten vor allem auch den Waldboden. Daher schottert und festigt der Forst heute die Hauptwege und setzt abseits davon gar keine Maschinen mehr ein. Ein solcher Hauptweg verläuft am Parkplatz Olper Höhe quer von der Beyenburger Straße in den Lüttringhausener Stadtwald. Hier hatte Sturm "Burglind" punktuell heftig zugeschlagen. "Bis auf diese eine Stelle", zeigt Benkel, "ist es im Stadtwald noch einmal gut gegangen."

Der Förster weist auf eine Fichte mit Rotfäule. Dadurch war sie anfällig und konnte keinen Widerstand leisten. Die Fichte fiel auf einen anderen Baum. Mehrere Bäume fielen nicht, wurden aber "angeschoben" und lehnten sich an andere Bäume. Sie wären besonders gefährdet beim nächsten Sturm. Also nimmt man sie vorsichtshalber heraus.

"Selbst während Burglind sind mir Jogger aus dem Wald entgegengekommen", schüttelt Benkel den Kopf. Gefahr im Wald sei eigentlich immer da, aber bei Starkwind und Sturm nicht hoch genug einzuschätzen. Bis Montag war der Wald hier auch gesperrt. Der Fahrer der schweren Maschine hatte gut zu tun. Die TBR haben das Gerät im vergangenen Jahr angeschafft, um nicht immer auf Fremdfirmen angewiesen zu sein. Damit holt der Fahrer ein "Stammholz" nach dem anderen heraus und legt es auf einem Ackerrain ab.

Hierher können Langholz-Transporter rangieren, ohne Schäden am Boden anzurichten. "Hauptabnehmer sind nach wie vor Sägewerke", sagt Benkel. Kronenmaterial lässt der Fahrer liegen, dafür rückt ein Großhacker an. Denn Kronenholz sei für den Borkenkäfer ein gefundenes Fressen, also "muss es weg".

Wo "Burglind" zuschlagen konnte, hatte der Fachbetrieb vor wenigen Jahren durchforstet. Dadurch standen die Bäume nicht mehr so eng nebeneinander. Aber man könne deswegen nicht auf Durchforstungen verzichten, sagt der Förster. Auf der anderen Seite der Beyenburger Straße steht privater Wald. Hier hat Burglind gewütet. "Das sind Bilder, wie wir sie auch bei Kyrill kannten", sagt Benkel. Da machten weder TBR-Gerät noch Rückepferde Sinn. "Da muss ein Harvester rein", also eine große Erntemaschine.

(RP)