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Bundes-Projekt „Grün statt Grau“ in Remscheid​

Bundes-Projekt „Grün statt Grau“ in Remscheid : Großhülsberg steht für Nachhaltigkeit

Sechs Jahre wurden im Rahmen des Bundes-Projekts „Grün statt Grau“ das Nachhaltigkeitspotenzial im Industriegebiet Großhülsberg in Lüttringhausen erforscht und Maßnahmen zur Ressourcen-Schonung erarbeitet.

Als sich Melanie Scholz 2016 mit ihrem Unternehmen „bergischgrün“ am Rande des Industriegebietes Großhülsberg ansiedelte, war ihr bereits ein Thema enorm wichtig: Die Nachhaltigkeit. So ließ sie ihr Firmengebäude aus Holz anfertigen. Und als Anbieterin von Rohfleisch zur artgerechten Ernährung von Hund und Katze achten sie und ihre 2020 dazu gestoßene Geschäftspartnerin Sonja Schaffert darauf, dass die gekauften Schlachttiere regionaler Herkunft sind und komplett verwertet werden. Zudem wird die Ware mit E-Fahrzeugen ausgeliefert. 

Mit dieser Unternehmensideologie hätte Melanie Schulz sich nirgends passender niederlassen können, denn 2016 startete in Großhülsberg das vom Bund geförderte Projekt „Grün statt Grau – Gewerbegebiet im Wandel“, eins von über 1000 Projekten im Rahmen der Klima.Expo NRW bis 2022. Sechs Jahre lang ging es also darum, das 54 Hektar große Industriegebiet mit über 80 angesiedelten Unternehmen in puncto Nachhaltigkeitspotenzial genauer unter die Lupe zu nehmen - Ideen zu entwickeln, wie aus einem schnöden Gewerbegebiet ein „grüner Businesspark mit vielen ökologischen Elementen“ werden könnte und vor allem die Firmen mit ins Boot zu holen.

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Nun, sechs Jahre später, stehen Vertreter der beteiligten Projektpartner bei strahlenden Sonnenschein zusammen, beenden offiziell das Projekt, weihen aber vor allem die neu entstandene multifunktionale Fläche mit Co-Working-Space im Grünen ein - ein hübsch gestalteter Platz mit kleinen Sitznischen, großer, insektenfreundlicher Blühwiese und Insektenhotel. Hier sollen Mitarbeiter, aber auch Anwohner künftig Kraft, Luft und Energie auftanken, sich inspirieren lassen, Ruhe finden. Und dabei steht der kleine Platz nur stellvertretend für unzählige kleine und große Veränderungen, die durch das Projekt angeregt wurden. Über 25 Unternehmen habe sich aktiv an der Metamorphose vom grauen Industriegebiet zum grünen Gewerbepark beteiligt. „Es wurden Bäume gepflanzt, Fassade gedämmt, ein Bienenprojekt ins Leben gerufen“, erklärt Susanne Smolka von der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Remscheid, die das Projekt erst angeregt und dann die gesamten sechs Jahre engmaschig begleitet hat. Es ging um energetische Optimierungen, um Regenwasserbewirtschaftung, um Car-Sharing, um höhere Flächeneffizienz, um Dachbegrünung und Solaranlagen.

Die aktiven Firmen haben mittlerweile ein Netzwerk unter dem Namen „Großhülsberg- gegründet, jede für sich hat individuell überlegt, wie es seinen persönlichen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten kann. Auch Melanie Scholz und Sonja Schaffert hatten da noch Potenzial nach oben. „Wir bekommen jetzt endlich eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach. Der erzeugte Strom wird für unser Kühlhaus genutzt. Später wollen wir die so Anlage noch ergänzen. Dann soll die Abwärme für die Warmwasseraufbereitung genutzt werden.

Auch wenn das Projekt, das vom Bund mit insgesamt 2.160.000 Euro gefördert wurde, nun offiziell beendet ist - das Netzwerk will weiterhin aktiv bleiben. Für Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist das Gesamtprojekt Ausdruck großer Verantwortung gegenüber der Verpflichtung, mit Ressourcen im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen sparsam umzugehen.

Für Susanne Smolka geht nun ein besonders Projekt zu Ende, es ist spürbar, dass ihr diese Aufgabe und die damit verbundenen Menschen ans Herz gewachsen sind. „Das war eine so besondere vielfältige und hochengagierte Zeit“, schwärmt die kommunale Landschaftsarchitektin, „eine Zeit, die mich wahnsinnig begeistert hat. Alles in allem eine ganz tolle Leistung. Ich bin unsagbar dankbar dafür, dass es solch nachhaltige Projekte gibt.“