Remscheid: Bücherei - zwei Männer im Führungsteam

Remscheid: Bücherei - zwei Männer im Führungsteam

Die Zentralbibliothek soll immer mehr zu einem Treffpunkt werden und nicht nur Ausleihstation sein. Geprüft wird auch, ob mit Hilfe von Video-Kameras die Öffnungszeiten der Bibliotheken erweitert werden können.

Zwei Frauen, die über Jahre den Ruf und die Geschicke der Zentralbibliothek mit bestimmten, hatten am Samstag vor Weihnachten ihren letzten Arbeitstag: Ulla Schulz, Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek, und Cornelia Pauß, Leiterin der Zentralbibliothek, wechselten in den Ruhestand. Im Januar übernehmen aller Voraussicht nach zwei Männer ihre Positionen. Als Kinder- und Jugendbibliothekar kommt Marcel Testroet nach Remscheid. Unter 15 Bewerbungen auf diese Stelle hat sich der Endzwanziger aus Süddeutschland in diesem meist von Frauen dominierten Beruf durchgesetzt. "Er hatte viele gute Ideen, wie dieser Bereich weiterentwickelt werden kann", sagte Nicole Grüdl-Jakobs, Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums, zu dem auch die Zentralbibliothek gehört. Ein Schwerpunkt werde sein, die Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten zu intensivieren, neue Wege bei der Leseförderung zu gehen und über Wettbewerbe nachhaltiges Interesse an der Bücherei zu wecken.

Der Nachfolger von Pauß steht auch vor verschiedenen Herausforderungen, vor allem im administrativen Bereich. Seinen Namen wollte Grüdl-Jacobs noch nicht nennen, da die Unterschrift unter den Vertrag noch fehlt. Das sei aber nur eine Formsache. Der neue Leiter sei Mitte 30, verfüge über eine mehrjährige Berufserfahrung und habe auch Leitungsfunktionen übernommen. "Ich bin mir sicher, er passt sehr gut in unser Team", sagt Grüdl-Jakobs. Eine Handvoll Bewerbungen gingen auf diese Position ein. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Aufenthaltsqualität der Bücherei zu verbessern und den Prozess der weiteren Digitalisierung zu begleiten. Die Zentralbibliothek soll immer mehr ein Lernzentrum werden, vor allem für Schüler. Den Selbstlernprozess wollen die Mitarbeiter konstruktiv begleiten.

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Ganz oben auf der Liste der Veränderungen steht der Zeitungslesesaal im dritten Stock. Dort sollen demnächst neue Möbel und eine Kaffeemaschine für ein Ambiente sorgen, in dem die Leser gerne und lange verweilen. Die Bücherei soll mehr Treffpunkt als nur Ausleihstation sein. Außerdem gibt es die Idee, eine Sprechstunde für wissenschaftliche Arbeiten einzurichten und zusätzliche digitale Arbeitsplätze zu schaffen.

Bei den Öffnungszeiten der Bibliotheken wollen Grüdl-Jakobs und ihr Team prüfen, ob es noch kundenfreundlichere Wege gibt als bisher. Das Projekt heißt "Open library". Vorbilder sind Dänemark und die Niederlande. Dort gibt es öffentliche Bibliotheken, die ihre Nutzer zu bestimmten Zeiten allein hereinlassen. Die Räume werden dann nur von Kameras überwacht. So ließe sich mehr Service bieten, ohne dass sich die Arbeitszeiten der Mitarbeiter verlängern.

(RP)