Brand in Remscheid: Gasgrill verursacht Wohnungsbrand an der Walterstraße

Brand in Remscheid: Gasgrill geht in Flammen auf - Wohnung durch Feuer zerstört

Am Sonntagabend ist auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses in Remscheid ein Gasgrill in Brand geraten. Die Flammen breiteten sich auf die Wohnung einer dreiköpfigen Familie aus und zerstörten sie völlig.

Ein "zischendes Geräusch, wie bei einem Gasballon" habe sie gehört. Was macht der da oben? So beschreibt die in der Wohnung unter der Unglückswohnung lebende Frau, die namentlich nicht genannt werden will, ihre Gedanken in dem Moment kurz vor dem Unfall. Dann habe es auch schon an der Tür geklingelt. Der Ruf vom Flur sei unmissverständlich gewesen: Es brennt, schnell raus aus dem Haus.

Vom Rasen des Mehrfamilienhauses an der Walterstraße am Kremenholl verfolgen sie und die anderen Wohnungseigentümer am Sonntagabend gegen 19 Uhr, wie sich das Feuer in der Dachwohnung rasant ausbreitet. Die offene Balkontür und ein Luftzug hätten den Flammen, die aus noch ungeklärter Weise beim Entzünden eines Gasgrills auf dem Balkon entstehen, den Weg in die Wohnung hinein gebahnt, sagt Wolfgang Krömer von der Feuerwehr. Dort findet das Feuer Nahrung, breitet sich rasant aus.

Die Familie, ein 28-jähriger Mann, seine Frau (25) und ihre kleine Tochter (3), verlassen die Wohnung schnell genug, werden nicht verletzt. Sie alarmieren die Feuerwehr und die anderen Bewohner des Hauses. Alle können sich in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr, die dem Feuer aus dem Treppenhaus und über die Drehleiter auch von der Balkonseite zu Leibe rückt, bringt den Brand schnell unter Kontrolle.

Einige Wehrleute brechen eine Wohnungstür auf, weil nicht ganz sicher ist, ob die alte Bewohnerin zu Hause ist. Sie ist es nicht. Obwohl die Wehr schnell ist, ist die brennende Wohnung nicht mehr zu retten. Unbewohnbar. Die Familie wird vor Ort von einem Notfallseelsorger betreut, kommt später bei Verwandten unter.

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"Sie haben nur noch das, was sie an dem Abend auf dem Leib getragen haben", sagt ein anderer Nachbar, der gleich nebenan auf der Etage wohnt. Zum Glück hätten die Schuhe des Mädchens auf dem Flur gestanden. Glück nennen es die Eigentümer auch, dass sie erst vor zwei Jahren ein neues Dach für das Haus haben aufbringen lassen. Dem alten hätten die Flammen mehr zugesetzt. Das neue Dach ist einer der Gründe dafür, warum die Eigentümer am späten Abend wieder in ihre Wohnung zurückkehren können.

"Ich hatte erst überlegt, ob wir ins Hotel gehen", berichtet der Nachbar. Doch die Feuerwehr gibt grünes Licht: Das Ehepaar bleibt in den eigenen vier Wänden, trotz Brandgeruch, der auch am Tag danach im Haus hängt.

Mit Blick auf die verbrannten Überreste der Möbel auf dem Rasen vor dem Haus kommt das Erlebte wieder hoch. "Wenn ich das hier so sehe, könnte ich losheulen", sagt die Frau. Dass man noch Glück gehabt habe, fügt ihr Mann hinzu und berichtet von einer zweiten Gasflasche, die die Feuerwehr vom Balkon geborgen habe. "Wer weiß, was passiert wäre, wenn die sich auch entzündet hätte."

Die Gefahr bei einem Gasgrill sei, dass das Gas durch brüchig gewordene Schläuche oder an nicht fest verschraubten Verbindungen austreten kann. Das könne man nur hören, aber eben nicht sehen, sagt Krömer. Er rät zu einer regelmäßigen Wartung der Geräte.

(jado)