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Remscheid: Boys' Day: Yusuf ist Lehrer für einen Tag

Remscheid : Boys' Day: Yusuf ist Lehrer für einen Tag

Diesen Tag wird Yusuf Kaya vermutlich nicht so schnell vergessen. Der 14-jährige Schüler der Alexander-von-Humboldt-Realschule steht als Lehrer für einen Tag der "Giraffenklasse" 1a der Katholischen Grundschule Lüttringhausen zur Verfügung.

Zwei Stunden liegen bereits hinter ihm. Im Mathematik-Unterricht hat er einzelnen Schülern Hilfestellung gegeben. In der Deutschstunde stand er vorne an der Tafel, als es galt, typische Märchenbegriffe à la "Prinzessin" zu finden. Das Ganze findet statt im Rahmen des "Boys Day". Dieser Jungen-Zukunftstag wird vom Bundesfamilienministerium sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert und soll den Jungs neue Wege für ihre berufliche Zukunft aufzeigen.

Yusuf liebäugelt damit, später einmal Lehrer zu werden. Über das Internet-Portal www.boys-day.de fand er die Grundschule in Lüttringhausen. Schulleiterin Regina Schröder freut es. Ihre Grundschule hat sich auch im vorigen Jahr am Boys' Day beteiligt. "Es gibt viel zu wenig Lehrer an den Grundschulen", sagt sie. Sie glaube, dass es für die Kinder auch gut sei, wenn Männer sie unterrichteten. Beim Umgang mit Computern zum Beispiel. Es sei eine gute Gelegenheit, wenn über den Weg des Boys' Day auch Jungen Interesse für die Grundschule entwickelten.

Kinder wollen basteln und kicken

Die 20 Kinder der 1a freuen sich über Yusuf, ist doch der Unterricht ein wenig anders als sonst. Der siebenjährige Felix hat mitbekommen, dass Yusuf Fußball im Verein spielt. "Vielleicht kann er mit uns auch mal Fußball spielen", hofft Felix. Da hat Paula andere Interessen. Basteln mit Yusuf wäre schön, sagt sie. Yusuf macht sich unterdessen während der Freiarbeit nützlich. Überall steht er mit Rat und Tat zur Seite.

Der Kontakt zwischen Schüler und "Lehrer" ist schnell hergestellt. Berührungsängste fehlen. "Es macht Spaß", sagt Yusuf, aber ganz so leicht, wie er sich das vorgestellt habe, sei es nicht. Er gebe sich Mühe, genau die richtige Erklärung zu finden, die die Kinder verständen: "Das klappt nicht immer auf Anhieb." Man müsse bereit sein zu lernen, wie man mit den Kindern richtig umgeht. Es sei ganz wichtig, darauf zu achten, welche Wörter man benutze. Aber er habe auch ein wenig Übung: Seine kleine Schwester ist zwei Jahre alt.

Wird Lehrer jetzt sein Traumberuf? Die Antwort auf diese Frage kommt zögerlich. Am liebsten wäre er Profi-Fußballer, sagt Yusuf, aber sollte daraus nichts werden, dann käme auch der Lehrerberuf infrage.

(begei)