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Bökerhöhe in Remscheid​: Siedlung feiert 100-Jähriges​ mit Buch

Die Bökerhöhe in Remscheid : Eine Siedlung feiert ihr 100-Jähriges

Sandra Rocoll-Wirths und Werner Ballsieper haben zum Jubiläum der Bökerhöhe in Remscheid ein Buch mit ­Anekdoten, Bildern und Dokumenten zusammengestellt.

Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn ein Ortsteil seine 100-Jahr-Feier begehen kann. Noch besonderer ist es allerdings, wenn in diesem Ortsteil aus diesem Anlass nicht nur ein großes Fest gefeiert wird, sondern auch ein großformatiges Buch mit Geschichten und Geschichtchen sowie jeder Menge alter und neuer Bilder zusammengestellt wurde. „Das Buch zur Bökerhöhe – Ein Jahrhundertwerk“ heißt das Buch, das federführend von Sandra Rocoll-Wirths und Werner Ballsieper zusammengestellt wurde. „Und gerade pünktlich zum Sommerfest am kommenden Wochenende fertig geworden ist – auch wenn es zwischenzeitlich so gar nicht danach ausgesehen hat“, wie Sandra Rocoll-Wirths schmunzelnd sagt. Werner Ballsieper ergänzt: „Eine 100-Jahr-Feier ist ja schon etwas Besonderes. Bei unseren anderen Jubiläen – zum 50-Jährigen oder 75-Jährigen haben wir Festschriften veröffentlicht, die allerdings zur Hälfte aus Werbung bestanden. Das ist bei dem neuen Buch nicht der Fall – da haben wir auf Werbung verzichtet.“

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Und zwar aus dem simplen Grund: „Wir wollten ein ganz besonderes Buch machen“, sagt Ballsieper. Das ist den beiden Anwohnern der Siedlung, für die am 13. August 1922 der Grundstein gelegt wurde, auch fraglos gelungen. Es sei viel Arbeit gewesen, die ein gutes Dreivierteljahr Zeit gekostet habe. „Wir haben die ersten Überlegungen dazu im Herbst des Vorjahres angestellt“, sagt Rocoll-Wirths. Sie ergänzt: „Witzigerweise haben wir beide, unabhängig voneinander, den gleichen Gedanken gehabt.“ Zunächst sei die Arbeit an dem Buch ein wenig unstrukturiert gewesen. „Aber irgendwann haben wir den Faden gefunden und dann ging es eigentlich recht flott voran“, sagt Werner Ballsieper.

Für das Buch seien die beiden, die von fünf weiteren Anwohnern unterstützt wurden, sprichwörtlich von Haus zu Haus gegangen, um Fotos, Geschichten und Anekdoten zu sammeln. „Wir waren aber auch bei Viola Meike im Stadtarchiv, wo wir auch eine ganze Menge an Informationen gefunden haben“, sagt Sandra Rocoll-Wirths. Auch mit ehemaligen Einwohnern der Bökerhöhe hätten sie gesprochen. „Ein wichtiger Anlaufpunkt in der Siedlung war für die Einwohner die Gaststätte ‚Zur Eschbachquelle‘ – die aber zu meiner Zeit nur als ‚Bei Jakoby‘ bekannt war“, sagt sie. Von den ehemaligen Betreibern habe sie sehr viele Informationen bekommen.

Wie es ganz oft der Fall ist – wenn man einmal mit der Arbeit an einem Projekt begonnen hat, das einen fesselt, könnte man praktisch ewig weitermachen. So auch im Fall des „Jahrhundertwerks“, das es beim Jubiläums-Sommerfest am kommenden Wochenende für 14 Euro zu kaufen geben wird. „Wir sind eigentlich gar nicht fertig geworden. Aber irgendwann. mussten wir einen Schlussstrich ziehen – schließlich musste das Manuskript ja auch noch gedruckt werden“, sagt Sandra Rocoll-Wirths. Sie habe schon überlegt, ob sie nicht am Sommerfest die Bestellungen sammeln und das Buch in Ruhe fertigstellen sollten. „Aber Werner hat mich darin bestärkt, dass wir pünktlich fertig werden müssen“, sagt sie lachend.

Auf den vielen Seiten des Buches werden auch langjährige Anwohnerinnen und Anwohner der Bökerhöhe noch eine ganze Menge Neues erfahren können. „Wir haben eine umfangreiche Chronik an den Anfang gestellt, dazu haben wir die Straßennamen erklärt, es gibt Artikel über die ehemaligen Geschäfte in der Siedlung, die Böker Linde, die vor rund 90 Jahren zu Ehren des Siedlungsgründers Moritz Böker gepflanzt wurde – und viele alte Dokumente, Briefe und Fotos“, sagt Werner Ballsieper. Nicht zuletzt – und auch das eine Idee, die den beiden Akteuren unabhängig voneinander gekommen ist – sind auch zwei selbstgedichtete Lieder über die Bökerhöhe und über das traditionelle Sommerfest mit abgedruckt. „Das erste Sommerfest fand übrigens vor 89 Jahren statt“, sagt Sandra Rocoll-Wirths.

Besonders erwähnt werden müsse auch das liebevoll gestaltete Titelbild. „Dafür haben wir die Wermelskirchener Künstlerin Sabine Rudersdorf gewinnen können“, sagt Rocoll-Wirths. Auf dem Cover sind mehrere besondere Motive aus der Bökerhöhe zu sehen, die die Künstlerin in bunten Farben gezeichnet hat. „Darunter ist natürlich die Böker Linde, aber auch ein typischer Hauseingang, der Grundstein der Siedlung, ein Luftbild der Siedlung, auf dem zu erkennen ist, dass die Straßen beinahe ein Herz ergeben oder ein Bild des geselligen Beisammenseins bei einem Sommerfest – natürlich mit den ikonischen Wimpeln“, sagt Werner Ballsieper. Sandra Rocoll-Wirths ergänzt: „Wir können sehr froh sein, dass wir hier in unserer schönen Siedlung wohnen können.“