Böker-Villa: „Schmiede“ nicht erste Wahl

Remscheid: Böker-Villa: „Schmiede“ nicht erste Wahl

Die Stadt empfiehlt der Politik den Verkauf an einen externen Bewerber. Entscheidung fällt in der nächsten Woche.

Bei der in der kommenden Woche anstehenden Entscheidung über den Verkauf der unter Denkmalschutz stehenden Böker-Villa könnte der Remscheider Verein Gründerschmiede, der sich um den Kauf des Gebäudes beworben hat, das Nachsehen haben – zumindest wenn es nach der Stadtverwaltung geht.

Nach BM-Informationen schlägt die Verwaltung der Politik vor, die Villa an einen externen Interessenten zu verkaufen. Dessen Referenzen und Nutzungskonzept haben bei der Verwaltung mehr Eindruck hinterlassen als die Bewerbung der Gründerschmiede.

Für das im Februar dieses Jahres gestartete Vermarktungsverfahren hatte die Stadt die Bewerber neben einem Kaufpreisangebot auch um Aussagen dazu gebeten, welchen Mehrwert der Bereich Markt / untere Alleestraße bei der von ihnen angestrebten Lösung haben würde. Gedanken machen sollten sich die Bewerber auch über eine Einbindung ihres Projekts in das Revitalisierungskonzept für die Innenstadt. Am Rande des Ebert-Platzes gelegen, kommt der Villa mit angrenzendem Park eine besondere Bedeutung in der von der Stadt geplanten Umgestaltung des Bereiches zwischen Allee-Center und Ebert-Platz zu. Ausschlaggebend für die Empfehlung der Stadt für den externen Bewerber sind aber vor allem die angeführten Referenzprojekte. Sollte die Politik dem Vorschlag der Verwaltung folgen, will die Stadt gleichwohl auch die Gründerschmiede weiter unterstützen. Deren Arbeit sei sehr wichtig für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Remscheid, heißt es.

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Der vor drei Jahren gegründete Verein Gründerschmiede hat mittlerweile bei 75 Unternehmensgründungen in Remscheid mitgewirkt, ist seitdem gewachsen, hat sich gut vernetzt und möchte mit dem Einzug in die renovierungsbedürftige Villa nun den nächsten Schritt gehen. In einer Pressemitteilung aus der vergangenen Woche bekräftigte Geschäftsgründer Christoph Imber noch einmal das Ziel, in der Villa ein Gründerzentrum errichten zu wollen, um das für die heimische Wirtschaft wichtige Thema weiter voranzubringen. Aktuell hat der Verein seinen Sitz an der Hindenburgstraße.

Der Kreis der Unterstützer für die Bewerbung der Schmiede ist auf lokaler Ebene groß. Die IHK gehört ebenso dazu wie das Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI) oder der Marketingrat Innenstadt. Auch politisch gab es im Vorfeld der Entscheidung Rückenwind. Vor allem die CDU sähe die Gründerschmiede gerne als Hausherrn in der Villa. Man darf also gespannt sein, wie die Politik in der kommenden Woche entscheidet.

Reicht es am Ende nicht für die Gründerschmiede, ist ein anderer Weg denkbar. Der aussichtsreiche Mitbewerber hat ein in Teilen ähnliches Konzept wie die Schmiede – und er kann sich die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern vorstellen.

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