Remscheid: Blechbläser ließen Kirche vibrieren

Remscheid: Blechbläser ließen Kirche vibrieren

Dynamischer Vortrag eines Quintetts von "Bänkelsänger-Liedern".

Mit einem inspirierenden Konzert am Sonntagnachmittag in der Kirche der evangelischen Stiftung Tannenhof bewies das Blechbläserquintett Remscheid, wie vielseitig Blechblasinstrumente klingen können. Von klassischer Bach-Kost bis hin zu gelungenen Adaptionen von Stücken, die eher nicht mit Blechbläsern in Verbindung gebracht werden, überzeugten die fünf Musiker auf ganzer Linie und erhielten für ihre Leistung immer wieder viel Applaus.

Es waren Stücke wie "Estampas de Palermo", die zeigten, was alleine fünf Musiker für einen dichten Klangteppich weben können, wenn sie ihre Instrumente gut genug beherrschen. In diesem Fall saß jeder Ton, die Melodien der Instrumente verschmolzen zu einer erhabenen Einheit und doch war jedes einzelne Element klar herauszuhören, was sicherlich auch an der hervorragenden Akustik in der kleinen Kirche lag.

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Am meisten stachen die unterschiedlichen Stimmungen hervor, die die Lieder entfalteten. Feierlich und kraftvoll, so dass man fast hätte glauben können, das Kirchenschiff wäre am Vibrieren, startete das Konzert mit "Die Bänkelsängerlieder". Beim "Weddingday in Troldhaugen" sah man die feiernde Hochzeitsgesellschaft schon beinahe vor sich. Auch "Drei romantische Stücke" von Ludwig Maurer erfüllten das, was der Titel versprach, ohne dabei in kitschige Klangwelten auszuufern, sondern vielmehr, indem die Lieder von ehrlichen Empfindungen beseelt waren. Auch die äußerst gelungene Interpretation von "Amazing Grace" lebte von intensiven Gefühlen. Dafür gebührt den Musikern viel Lob, die es schafften, nicht nur Tonfolgen zu spielen, sondern Emotionen zu wecken. Das gelang oft genug alleine schon mit dem Wechselspiel aus sanften und kräftigen Parts und der daraus entstehenden Dynamik.

Zwischendurch bereicherte Pastorin Antje Weßler das Konzert mit Texten aus der Feder von Hanns Dieter Hüsch, der Psalme genommen und in eine alltäglicher Sprache übertragen hat. Die Worte erreichten die Besucher, die nachdenklich den Blick senkten. "Als nächstes hören wir ein zeitgenössisches Orgelstück von Matthias Nagel", kündigte Weßler ein Zwischenspiel von Organistin Sylvia Tarhan an. Im Anschluss an die nachdenklichen Worte bot der überraschend stark auf Rhythmus ausgerichtete Orgel-Beitrag einen angenehmen Kontrast. Musikalisch geht es in der evangelischen Stiftung Tannenhof ab August jeden Mittwoch um 19 Uhr weiter. Organisten aus den Nachbarstädten laden dann zum "Orgelsommer" ein.

(RP)