Billigläden an der Allee sorgen für volle Parkhäuser

Remscheid : Billigläden an der Allee sorgen für volle Parkhäuser

Viele Jahre blieb das oberste Deck des Parkhauses Allee-Arkaden verweist. Nach der Schließung des Sinn-Leffers vor beinahe acht Jahren gab es so viel für die Autofahrer im Bereich der unteren Alleestraße nicht mehr zu erledigen.

Die 300 Stellplätze, die die Park Service Remscheid dort auf verschiedenen Decks vorhält, wurden deshalb nicht gebraucht. Das hat sich geändert.

2017 zählte die PSR GmbH mit mehr als 588.000 Kurzparkern rund 8000 mehr als im Vorjahr. Und bei den Dauerparkern verzeichnet das städtische Tochterunternehmen mit 731 Stellplätzen gegenüber 679 Plätzen im Vorjahr eine neue Rekordmarke. Ergebnis in barer Münze: Die PSR erzielte Erlöse von mehr als einer Million Euro. Black.de und Co. gelten als Ursache.

Während an der Daniel-Schürmann-Straße die Filiale der österreichischen Non-Food-Kette Action für steigende Einfahrerzahlen im Parkhaus gegenüber und auf der angrenzenden Parkfläche sorgten, gilt Black.de als Frequenzbringer für die Allee-Arkaden. "Das geht steil nach oben", sagt Matthias Bioly, Prokurist der Stadtwerke Remscheid: "Auch das Parkhaus Am Markt konnte durch die Eröffnung der Selfstorage-Anlage im Untergeschoss aufgewertet werden."

Ob das so bleibt? Im September hatte Black.de auf der Allee eröffnet. Anfang des Jahres kündigte der Mutterkonzern Tedi dann überraschend an, die Black.de-Läden sukzessive in Tedi-Filialen umzuwandeln. So eine gibt es aber schon an der Allee - und zwar schräg gegenüber. Was das für die Allee heißt? Noch sei keine Entscheidung gefallen, erklärt Tedi.

Das Teo Otto Theater, das Allee-Center und die Stadtsparkasse lassen die Zahlen für die Tiefgarage Rathaus und den Theaterparkplatz auf Vorjahresniveau bleiben. Seit Jahren konstante Einnahmen bescheren die Autofahrer auch der Stadt. Die parkscheinpflichtigen Stellplätze, die sie bewirtschaftet, lassen pro Jahr 210.000 Euro in die Stadtkasse fließen, berichtet Udo Wilde, Fachbereichsleiter Verkehr bei den Technischen Betrieben Remscheid. Bei einem Gesamtvolumen des städtischen Haushaltes von 300 Millionen Euro ist das eine kleine, aber seit Jahren verlässliche Quelle auf der Einnahmenseite.

Beim Bezahlen setzen die Autofahrer weiter auf Bargeld. Zwar lässt sich an einigen Automaten das Ticket auch per Handy zahlen. Als Partner der Stadt wirbt dafür die Firma EasyPark. Doch anders als in Dänemark, wo das Unternehmen seinen Sitz hat, wollen das in Remscheid nur die wenigsten. Die Zahl derer, die das Smartphone zücken, bewegt sich im Promillebereich.

Parkplätze, auf denen die Autofahrer kostenlos parken dürfen, gibt es im Bereich der Innenstadt derweil nur noch wenige. Entlang der Nordstraße zwischen Kirchhofstraße und Ludwigstraße ist das noch möglich. Viele Berufspendler stehen dort, weshalb es morgens schon eng werden kann.

Udo Wilde hat einen anderen Tipp. "Als alter Marathonläufer bevorzuge ich die Schützenstraße." Doch auch Nichtsportler seien von dort rasch in der Innenstadt.

(RP)
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