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Bergisches Land: Projekt Ökoprofit geht in die elfte Runde

Wirtschaft im Bergischen Land : Projekt Ökoprofit geht in die elfte Runde

Bei der Auftaktveranstaltung bei der Bergischen IHK in Wuppertal wurde noch einmal klar: Ökologie und Wirtschaft können Hand in Hand gehen.

Es ist ein Themenkomplex, der in Zeiten von Corona, Hygienemaßnahmen und Infektionsschutz ein wenig unterzugehen droht. Aber dennoch sind Nachhaltigkeit, Ökologie und Umwelt- und Ressourcenschutz genauso wichtig wie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Dass Nachhaltigkeit und Wirtschaften Hand in Hand gehen können, dass diese beiden Bereiche sich im Unternehmen nicht ausschließen müssen, macht seit bald 20 Jahren das Projekt Ökoprofit deutlich.

Die erste Runde fand 2001 statt. Seitdem ist das Gemeinschaftsprojekt von Bergischer IHK, der Neuen Effizienz, den Städten Remscheid Solingen und Wuppertal sowie deren Wirtschaftsförderungen fester Bestandteil in der Region. Jetzt startet im Corona-Jahr die elfte Runde, an der neun Unternehmen teilnehmen. Nun war die Startveranstaltung bei der Bergischen IHK in Wuppertal.

Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK, begrüßte die Teilnehmer und lobte angesichts der erschwerten Bedingungen durch die Pandemie deren Engagement. „Es ist beispielhaft, dass Sie teilnehmen. Denn wegen Corona sind im Moment in vielen Betrieben andere Themen wichtiger als Umwelt und Nachhaltigkeit.“ Dabei zeige sich, dass Ökoprofit tatsächlich nicht nur aus Investitionen in nachhaltige Veränderungen im Betrieb bestehe, sondern sich diese auch schnell amortisierten. Das zeigte Jochen Stiebel, Geschäftsführer der betreuenden Neue Effizienz GmbH, anhand einiger Beispiele aus den Vorjahren auf. „Bei Kuli Hebewerkzeuge aus Remscheid wurden durch Ökoprofit etwa 61.000 Euro und 270 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. In der Regel amortisieren sich die Investitionen innerhalb des ersten Jahres zu bereits rund 50 Prozent, vollständig ausgeglichen sind sie bis zum Ende des zweiten Jahres“, sagte Stiebel.

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Er legte zudem großen Wert darauf, den Teilnehmern mitzuteilen, dass es mit dem Ende des Projektjahres nicht vorbei sein müsse. „Der Netzwerkgedanke zählt, wir fördern im Ökoprofit-Club den Austausch unter den teilnehmenden Betrieben. So kann man auch weiterhin im Kontakt stehen und neue Ideen entwickeln oder bestehende optimieren“, sagt Siebel. Zudem bestehe die Möglichkeit, Beratungs- und Forschungsangebote der Neuen Effizienz oder der B.A.U.M. Consult GmbH zu nutzen. Diese beiden Unternehmen würden die Teilnehmer während der etwa ein Jahr dauernden Projektdauer betreuen – und eben auch darüber hinaus.

Dr. Stefan Große-Allermann von der B.A.U.M. Consult GmbH betonte die große Bedeutung von Ökologie und Nachhaltigkeit, indem er zwei aktuelle Studien heranzog. „Rund 80 Prozent der Befragten haben demnach Angst und Sorge wegen der anhaltenden Trockenheit. Und die größte Sorge von Jugendlichen ist die Umweltverschmutzung. Die Zeit ist reif für Ökoprofit“, sagte Große-Allermann. Er ergänzte: „Diese Zahlen sollen Sie motivieren, mit Ihrer ganzen Belegschaft ins Projekt einzusteigen.“ Man könne damit nicht die ganze Welt retten, sie durchaus aber ein kleines Stück besser machen. Es sei an der Zeit, schnell zu handeln und nicht lange zu diskutieren, was man denn nun machen solle.

Konkret gehe es darum vor Ort anzufangen, die Auswirkungen des eigenen Unternehmertums auf die Umwelt zu reduzieren und dabei gleichzeitig die Betriebskosten zu senken. „Wir haben acht Netzwerktreffen im Projektjahr geplant. In diesen Workshops in der Gruppe arbeitet es sich einfacher. Dazu kommen fünf Termine in den Unternehmen, bei denen wir uns gemeinsam ansehen, was mach- und veränderbar ist“, sagte Große-Allermann. Dabei werde ein zertifizierter Berater vor Ort den laufenden Betrieb besuchen. In den Workshops würden Themen wie Stromverbrauch, Wärme und Beleuchtung behandelt werden. „Es geht aber auch um Arbeitssicherheit und Mitarbeitermotivation“, ergänzte Große-Allermann. Zum Abschluss nach zwölf Monaten bekämen die Teilnehmer ein Zertifikat ausgehändigt.