Bergisches Land: Das sind die Kandidaten für die EU-Wahl

Wahl im Bergischen : Das sind die Kandidaten für die EU-Wahl

Die Europa-Kandidaten haben innerhalb ihrer Parteien die Regionen aufgeteilt. Lokale Themen haben sie kaum.

Sie vertreten sechs verschiedene Parteien und kommen aus so unterschiedlichen Städten wie Düsseldorf, Köln, Rösrath, Langenfeld und Solingen. Drei Dinge haben sie aber gemeinsam: Uwe Pakendorf (CDU), Petra Kammerevert (SPD), Sven Giegold (Grüne), Moritz Körner (FDP), Murat Yilmaz (Linkspartei) und Verena Wester (AfD) wollen allesamt ins Europäische Parlament.

Als Kandidaten für die Wahl am 26. Mai gelten sie in ihren Parteien außerdem als diejenigen, die für das bergische Städtedreieck und die umliegende Region zuständig sind. Echte bergische Themen nehmen sie allerdings kaum mit ins Parlament nach Straßburg. Sie wollen sich eher um das Große und Ganze kümmern.

Das Europäische Parlament hat nur 96 deutsche Abgeordnete. Das hat zur Folge, dass darin von der CDU als stärkster Partei der Wahl von 2014 nur acht Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen vertreten sind. Die FDP des bevölkerungsreichsten Bundeslandes stellt keinen Abgeordneten. Entsprechend groß sind die Regionen, für die die Europaabgeordneten traditionell zuständig sind.

Chancen, es erstmals ins Parlament zu schaffen, hat der CDU-Bewerber Uwe Pakendorf (Rösrath). Es könnte für ihn spannend werden. Mit Platz acht auf der NRW-Landesliste seiner Partei dürfte es eng werden. 2014 reichte dieser Rang bei einem Ergebnis von 35 Prozent gerade so aus.

Dem Bergischen Land will er helfen, an EU-Fördermittel zu kommen, indem die Antragsverfahren für Förderprogramme generell vereinfacht werden. Als ein zentrales Thema, für das Zuschüsse beantragt werden könnten, sieht er den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs.

SPD-Bewerberin Petra Kammerevert (Düsseldorf) will zum dritten Mal ins Europäische Parlament einziehen. Trotz der schlechten SPD-Umfragewerte dürfte der bundesweite Listenplatz 13 ausreichen. Ab einem SPD-Wert von knapp 13 Prozent dürfte sie es sicher schaffen. Die Sozialdemokratin will Europa für die Menschen erlebbarer machen. Darum will sie sich für Kultur-, Bildungs- und Austauschprogramme einsetzen. Bildung sieht sie als eines der wichtigsten Themen.

Der prominenteste der regionalen Kandidaten ist der Düsseldorfer Sven Giegold (Grüne). Er bildet mit Ska Keller das bundesweite Spitzenduo seiner Partei bei dieser Wahl. Er fordert, dass die EU ihr „Versprechen“ für Werte wie Frieden, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat, sozialen Ausgleich und Gleichberechtigung „erneuert“. Als regionale Themen sieht er den Umstieg auf erneuerbare Energien, damit alte Kernreaktoren, wie die im belgischen Thiange, abgeschaltet werden können, und die Förderung ökologischer Landwirtschaft.

Der Langenfelder Moritz Körner (FDP) sieht das Europaparlament in der Rolle, die großen Fragen zu klären. Probleme in den Regionen sollten dann vor Ort entschieden werden. Dass er sich für eine Digitalisierungs- und Förderpolitik in seinem Sinne einsetzen kann, ist wahrscheinlich. Er belegt Platz vier der FDP-Bundesliste.

Das Digitale und Förderpolitik sieht Murat Yilmaz (Linkspartei) als seine Schwerpunkte. Damit er einen Sitz in Straßburg erreicht, müsste seine Partei bundesweit auf etwa zehn Prozent kommen. Listenplatz 13 ihrer Partei belegt die Solingerin Verena Wester (AfD). Viele ihrer Themen haben mit Ausländerpolitik zu tun – wie Kinderehen oder illegale Migration.

(Boll)
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