Bergische Symphoniker: Das Orchester hat sich entwickelt

Bergische Symphoniker : Das Orchester hat sich entwickelt

Die Freunde und Förderer der Bergischen Symphoniker haben 140.000 Euro an Spenden eingeworben.

Herr Lux, gibt es ein Konzert in der laufenden Saison, das Ihnen besonders gut gefallen hat?

Lux Es waren sehr viele schöne Konzerte dabei, auch interessante. Und es gab Abende, an denen man unterschiedlicher Meinung sein konnte. Aber der Mix war interessant.

Mit welchen Zuwendungen und Leistungen haben die Freunde und Förderer das Orchester in dieser Saison unterstützt?

Lux Wir liegen in der Summe bei rund 140.000 Euro. Es setzt sich zusammen aus vier Blöcken. Einmal die Spenden der Mitglieder. Die waren in diesem Jahr sehr reichhaltig aufgrund des Todes von Dr. Walter Spelsberg. Bei seiner Beerdigung kamen viele Spenden für das Orchester zusammen. Der zweite Block sind die Patenschaften. Und dann hilft uns die Stadtsparkasse bei der für uns so wichtigen Jugendarbeit. Dazu gehören die Freikarten und die Schulkonzerte. Der vierte Block ist die bergischen Wirtschaft. Das sind etwa 50.000 Euro. Die werden für die Öffentlichkeitsarbeit der Symphoniker verwendet.

Haben Sie neue Sponsoren gewinnen können? Oder greifen Sie auf einen bekannten Kreis zurück?

Lux Ich greife zunächst auf die zurück, die das Orchester seit vielen Jahren unterstützen. Der große Teil macht auch jedes Jahr wieder mit. Manche springen auch ab. Dann muss ich neue Sponsoren finden.

Ist das schwierig?

Lux Kommt darauf an. Wenn ich einen persönlichen Kontakt habe, tue ich mich natürlich leichter. Durch meine frühere Tätigkeit in der Region habe ich viele Kontakte. Muss ich die sogenannten Cold Calls machen, dann ist es schwierig. Unternehmen werden ja bombardiert mit Bitten um Spenden. Irgendwann muss da ein Schlussstich gezogen werden. Den zieht man bei Leuten, die man nicht so gut kennt.

Mit dem Tod von Gründungsmitglied Dr. Walter Spelsberg hat der Freundeskreis eine wichtige Persönlichkeit verloren. Wie können Sie diesen Verlust auffangen?

Lux Indem wir uns in seinem Sinne für den Erhalt des Orchesters anstrengen. Das ist das Entscheidende. Wir haben das Glück, dass sein Sohn sich bereiterklärt hat, nicht nur in den Beirat zu kommen, sondern auch den Vorsitz von seinem Vater zu übernehmen.

Wie funktioniert das Patenschaftsmodell?

Lux Das funktioniert weiterhin. Aber es geht auch immer wieder darum, neue Paten zu finden, weil welche aus verschiedenen Gründen aussteigen. Wir liegen jetzt bei 33 Patenschaften.

Das ist eine gute Zahl.

Lux Wir waren mal bei 40. Wir haben es aber geschafft, mit relativ geringen Verlusten das Modell aufrechtzuerhalten. Das hilft dem Orchester, denn es kommt eine große Summe zusammen von fast 40.000 Euro.

Nach den turbulenten Jahren ist um das Orchester Ruhe eingekehrt. Sehen Sie das Orchester auf einem guten Weg?

Lux Ich denke schon. Wir haben immer dafür plädiert, das Orchester als kulturellen Leuchtturm zu erhalten. Das ist gelungen. Vor allen Dingen aber haben wir die Unterstützung der beiden Oberbürgermeister, die voll hinter dem Orchester stehen und den Sinn dieser kulturellen Einrichtung verteidigen. Das hilft.

Die Abozahlen stagnieren? Hat das Orchester denn genügend Rückhalt bei den Bürgern im Bergischen, Herr Lux?

Lux Wir werden nicht alle Einwohner der beiden Städte erreichen. Man darf nicht vergessen, es gibt zwei Gründe, die dazu beitragen, dass die Abozahlen zurückgehen: Die Menschen haben viele Alternativen in der kulturellen Freizeitgestaltung, allein durch den Wettbewerb der Orchester in Wuppertal, Köln und Düsseldorf. Das Zweite ist der demographische Effekt. Wenn man im Konzert durch die Reihen blickt, weiß man, dass man damit leben muss.

Peter Kuhn verlässt nach elf Jahren die Bergischen Symphoniker. Wie würden Sie seine Zeit als Generalmusikdirektor bewerten?

Lux Er hat eine tolle Arbeit gemacht und Großartiges geleistet. Das Orchester hat von ihm sehr stark profitiert. Es ist noch besser geworden.

Was erwarten Sie vom neuen GMD Daniel Huppert?

Lux Dass er das Gleiche tut.