Remscheid,Solingen und Wuppertal handeln gemeinsam : Bergische Allianz im Kampf gegen die Corona-Epidemie

Das Bergische Städtedreieck hat am Freitag den Schulterschluss in der Corona-Krise vollzogen: Ab Mitternacht gilt ein Verbot für Zusammenkünfte unter freiem Himmel mit mehr als vier Personen.

Die Stadt Leverkusen war am Freitagvormittag mit ihrer Verfügung vorgeprescht und hat damit die Verantwortlichen in den Krisenstäben anderer Kommunen in Zugzwang gebracht. Am frühen Abend schlossen sich auch Remscheid, Solingen und Wuppertal mit einem gemeinsamen Beschluss an, Zusammenkünfte unter freiem Himmel mit mehr als vier Personen in allen drei Städten zu untersagen. Die Regelung gilt ab Samstag, 21. März, um Mitternacht.

Der Beschluss fiel in einer gemeinsamen Krisen-Konferenz der Oberbürgermeister Andreas Mucke (Wuppertal), Tim Kurzbach (Solingen) und Burkhard Mast-Weisz (Remscheid). „Wir sehen diesen Schritt angesichts der steigenden Zahlen an Infizierten sowie des ersten Corona-Toten in Solingen als zwingend notwendig an“,

Ferner haben sie sich darauf verständigt, ihre derzeit geltenden Allgemeinverfügungen, in denen die Beschränkungen des Öffentlichen Lebens festgelegt sind, zu harmonisieren. Das gewährleiste den selben Status an Schutzmaßnahmen im Bergischen Städtedreieck.

Neu für Remscheid gilt außerdem, dass Frisörgeschäfte ebenfalls zu schließen sind. Hausbesuche sind unter Beachtung der Hygienebestimmungen möglich.

An die Menschen im Städtedreieck richten die drei Stadt-Chefs erneut den dringenden Appell, zu Hause zu bleiben und die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Die neue Allgemeinverfügung zeige nicht nur die neuen Beschränkungen auf – sondern sie diene auch als Beweis für den Ernst der Lage.

Nach aktuellen Stand wurden in Remscheid 21 Personen positiv auf die Covid-19-Erkrankung getestet. 159 Remscheider befinden sich in angeordneter häuslicher Quarantäne.

Maßnahmen im öffentlichen Nahverkehr sollen ab Montag, 23. März, greifen. Die Stadtwerke Remscheid dünnen ihre Fahrten aus und reduzieren die Takte auf den einzelnen Buslinien von 20 auf 30 Minuten beziehungsweise von 30 auf 60 Minuten. Nur Sonntags gilt der bestehende Fahrplan.

Auch Abellio als Betreiber der S-Bahn 7 (Wuppertal – Remscheid – Solingen) reagiert auf erhöhte Abwesenheitsquoten bei seinem Personal und setzt den regulären Fahrplan ab Montag außer Kraft. Der „Müngstener“ verkehrt im Stundentakt, die Verstärkerzüge in der Hauptverkehrszeit von und nach Düsseldorf werden gestrichen.