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Behindertenbeirat diskutiert Landesbauordnung

Remscheid : Behindertenbeirat diskutiert Landesbauordnung

Die Landesbehindertenbeauftragte Nordrhein-Westfalens, Claudia Middendorf, war am Montag in Honsberg zu Gast, um auf der Klausurtagung des Behindertenbeirates über aktuelle Gesetze für Menschen mit Behinderungen aufzuklären.

Der Beirat möchte die neuen Impulse nutzen, um Richtlinien auf lokaler Ebene umzusetzen. Hinter sperrigen Begriffen wie Bundesteilhabegesetz, Bundesbauordnung und Inklusive Schule stehen jede Menge gut gemeinter Gesetze, Richtlinien und Verordnungen, die Menschen mit Behinderung zugutekommen. Ein größeres Mitspracherecht soll es den Betroffenen verleihen, für bessere Lebens- und Wohnqualität sorgen und ihnen von Anfang an gleiche Bildungschancen einräumen.

Als direktes politisches Sprachrohr dienen Beiräte wie der Behindertenbeirat für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderung, die nicht nur ein Auge auf die politischen Entscheidungen haben, sondern mitdiskutieren und sich für Menschen mit Handicap auf kommunaler Ebene einsetzen.

Im Neuen Lindenhof kamen am Montag die Mitglieder des Remscheider Beirates für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zusammen und kamen mit der Landesbeauftragten und Sozialdezernent Thomas Neuhaus ins Gespräch. Neben dem Thema der Inklusion wurde auch die Landesbauordnung diskutiert. Darin bemängelt etwa der sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion und Landespolitiker, Josef Neumann, dass Rollstuhlfahrer nicht berücksichtigt wurden.

Besonders in Ballungsräumen sei es für Rollstuhlfahrer schwer, ohne Rechtsanspruch geeigneten Wohnraum zu finden. Denn: „Barrierefreiheit heißt nicht automatisch mehr Bewegungsfreiheit, die ein Rollstuhlfahrer braucht, um in seiner Wohnung eigenständig zurechtzukommen.“ Breitere Türen, bessere Zugänge zu Dusche und Bad, das alles stehe nicht in der Landesbauordnung, dafür müssen sich die Sprecher und Beiräte erneut einsetzen.

Speziell für Remscheid gelte es, die Partizipation von Menschen mit Behinderung weiter zu stärken, Ideen für Fortbildung und Stärkung von Inklusionshelfern zu entwickeln sowie die gelebte Inklusion aller Bürger in der Gesellschaft voranzutreiben. Bis zum morgigen Mittwoch will der Beirat konkrete Punkte erarbeiten.