Remscheid: Baumvielfalt tut dem Stadtbild gut

Remscheid: Baumvielfalt tut dem Stadtbild gut

Fast 25.000 Bäume an Straßen und in städtischen Grünanlagen haben die Technischen Betriebe Remscheid gezählt. Linde, Buche und Ahorn sind stark vertreten, aber die Vielfalt der Stadt zeigt sich auch in ihrem Baumbestand.

Immer wieder wurde es aus der Politik gefordert, nun liegt es vor. Im städtischen Baumkataster listen die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) Art und Anzahl der Bäume an Straßen und in städtischen Grünanlagen auf. 13.485 Bäume wurde dafür einzeln erfasst, weitere gut 11.000 wurden in großen Grünanlagen wie etwa dem Stadtpark im Rahmen einer sogenannten Feldkontrolle gemeinsam aufgenommen. Das geht aus einer Antwort der TBR auf eine Anfrage der CDU hervor. Heute ist der Bericht Thema im Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung.

Ahorne, Linden und Buchen prägen das Stadtbild am stärksten. Bei den Einzelbäumen ist die Winterlinde mit mehr als 2100 Exemplaren an Straßen und in Parks der am häufigsten zu findende Baum in Remscheid.

Diese Baumarten hätten beim Wiederaufbau der Seestadt auf dem Berge zur Verfügung gestanden, sagt Erick Spillebeen von der zuständigen Fachabteilung der Technischen Betriebe. Die heute sehr beliebte Platane kam erst später in Mode. Zu den Exoten gehören der Trompetenbaum, die Esskastanie, der Gingko, die Ulme oder die Hemlocktanne.

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Insgesamt finden sich im öffentlichen Stadtraum knapp 40 Baumarten. Eine Vielfalt, die dem Stadtbild guttue, sagt Spillebeen. Denn bedingt durch den Klimawandel tauchen immer wieder neue Schädlinge auf, die bestimmten Baumarten wie etwa Eschen oder Kastanien zusetzten. Da sei es gut, wenn daneben auch immer wieder andere Baumarten stehen, die nicht von der Krankheit befallen werden. Insgesamt sei Remscheid im Vergleich zu anderen Kommunen eine grüne Stadt, auch wenn die Verteilung der Bäume in den Stadtteilen etwas unterschiedlich sei.

Straßenbäume leben in der Stadt gefährlich. Das Risiko, von einem Auto angefahren oder bei Bauarbeiten verletzt zu werden, ist groß. Die Wunden, die dabei entstehen, sind Eintrittspforten für Schädlinge. Hinzu kommt weiterer "Stress" durch die Veränderung im Klima. Lange Trockenphasen - man glaubt es kaum - gibt es mittlerweile auch in Remscheid. Das bringe die Nährstoffversorgung im Baum aus dem Gleichgewicht, sagt Spillebeen. Trockenstress ist der Fachbegriff.

Zwischen 70 und 170 Bäume fällt die Stadt pro Jahr, weil sie krank sind sowie aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht. Nicht alle sind so groß, dass sie unter die Baumschutzsatzung fallen und ersetzt werden müssen, heißt es im Bericht der Technischen Betriebe. Längst nicht immer ist der alte Standort für eine Neupflanzung sinnvoll. Das Umweltamt prüft das und macht sich in vielen Fällen auf die Suche nach einem anderen geeigneten Platz. Der muss zum Baum passen. "An engen Standorten können sie keine Platane pflanze, erklärt Erick Spillebeen.

(hr)