1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Baubeginn fürs Hospiz in Remscheid verzögert sich

Beginn der Arbeiten in Bergisch Born nicht vor Frühjahr 2021 : Baubeginn fürs Hospiz verzögert sich

Der notarielle Vertrag mit dem Grundstückseigentümer in Bergisch Born steht noch aus. Ende des Monats will der Bauherr die Leistungsanforderungen ausschreiben. Der Förderverein hat 2,1 Millionen Euro gesammelt.

Der Baubeginn für das Hospiz Bergisches Land verzögert sich bis ins nächste Jahr. Nach Auskunft von Andreas Holthaus, Vorsitzender des Fördervereins christliches Hospiz Bergisches Land, sei nicht vor dem Frühjahr 2021 mit den Arbeiten in Bergisch Born zu rechnen. Das liege unter anderem an den Einschränkungen durch die Corona-Krise. Der Vertrag mit dem Grundstückseigentümer in Bergisch Born sei notariell noch nicht unter Dach und Fach. Die Verhandlungen liefen aber auf Hochtouren, so Holthaus. Erst wenn juristisch alles geregelt sei, könne er sagen, wo genau das Grundstück liege.

In der Zwischenzeit gab es aber Gespräche mit regionalen Bauunternehmen, dem Architekturbüro Edelhoff & Reska und dem Bauherrn. Zurzeit würden Leistungsbeschreibungen erarbeitet, auf deren Basis die Unternehmen anbieten können. „Notwendige Gutachten zum Bauantrag werden Ende Juli beauftragt, damit wir nach Vertragsunterzeichnung sofort loslegen können“, sagt Holthaus. Die Stadt wurde in einer Bauaktenkonferenz über die Pläne informiert. „Wir kommen in kleinen Schritten jeden Tag dem Ziel ein Stück näher“, sagt Holthaus.

Andreas Holthaus, Vorsitzender der Fördervereins christliches Hospiz Bergisches Land. Foto: Christian Peiseler

In Nordrhein-Westfalen gibt es insgesamt 73 Hospizeinrichtungen. Für die etwa 180.000 Einwohner von Remscheid, Radevormwald, Hückeswagen und Wermelskirchen noch keines. Dabei hat der Verein bereits schon ein Jahr verloren. Grund dafür war das Scheitern der Zusammenarbeit mit der Stiftung Tannenhof. Vor dreieinhalb Jahren war die Stiftung der einzige Partner, der sich bereiterklärte, die organisatorische und pflegerische Verantwortung für das Hospiz zu übernehmen. Auch ein Grundstück ganz in der Nähe der psychiatrischen Einrichtung in Lüttringhausen war gefunden. Doch am Ende kam man nicht zusammen.

Mit der Diakoniestation Wermelskirchen und dem Caritasverband Remscheid fand der Förderverein nach längerer Suche neue Partner. Die entsprechenden Gesellschafterverträge sind unterschrieben, die Aufgabenverteilung ist geklärt: Die Diakoniestation Wermelskirchen mit Peter Siebel als Geschäftsführer organisiert den medizinisch, pflegerischen Betrieb, die Caritas Remscheid hilft bei der Betreuung durch ehrenamtliche Mitarbeiter und der Förderverein bürgt dafür, fünf Prozent der Betriebskosten zu übernehmen. Das neue Grundstück in Bergisch Born besitzt laut Holthaus zwei Vorteile: Es unterliegt einerseits einem Bebauungsplan und andererseits könnten die Pläne der Architekten Edelhoff & Reska dort verwirklicht werden. Der Entwurf sieht den Bau von acht Zimmern (erweiterbar auf zehn) vor und soll die Atmosphäre eines Ferienbungalows ausstrahlen.

95 Prozent der Betriebskosten übernimmt die Krankenkasse. Holthaus rechnet mit einer jährlichen Lücke von 75.000 Euro. Für den Vereinsvorsitzenden ist das keine Summe, die ihn schrecke. Die Zuversicht zieht er aus den bisherigen Aktionen. 3500 Spender hätten 2,1 Millionen Euro dem Verein für das Versprechen anvertraut, ein Hospiz zu bauen. Bisher haben die Spender nur Pläne gesehen. Wenn das Hospiz gebaut sei, könne der Verein noch besser um Spenden werben. Doch bis die Einrichtung in Bergisch Born gebaut ist, müssen sich die Spender und die Bevölkerung noch einige Monate in Geduld üben.