Bald freie Fahrt auf der Trecknase in Remscheid

Verkehr : Bald freie Fahrt auf der Trecknase

Zu Beginn der Herbstferien soll die auf vier Spuren erweiterte Kreuzung freigegeben werden. Die Firma Dohrmann hat die Baurabeiten früher als erwartet abgeschlossen. Umbau der Kreuzung Ring-/Raderstraße folgt.

Noch bis zum nächsten Samstag stehen die rot-gestreiften Schilder auf der Kreuzung Trecknase. In der Nacht zum Sonntag (14. Oktober) werden sie abgebaut. Danach heißt es wieder: freie Fahrt in alle Richtungen.

Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe (TBR), zeigte sich am Freitag erleichtert, dass eine der größten und kompliziertesten Straßenbaumaßnahme der vergangenen Jahre erfolgreich abgeschlossen ist. Vor ein paar Monaten noch hätte keiner fest daran geglaubt, dass zum Beginn der Herbstferien die Firma Dohrmann alle ihre Geräte und Mitarbeiter aus Lennep abziehen kann. An den Rändern bleibt zwar das eine oder andere noch zu tun. Aber die Hauptarbeit ist geleistet.

Dabei sah es zwischenzeitlich gar nicht gut aus. Die Firma, die zunächst den Zuschlag bekam, konnte die Arbeiten nicht fachgerecht erfüllen und hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Das Remscheider Bauunternehmen sprang ein, korrigierte die Fehler und blieb im verabredeten Zeitplan. Das schaffte die Belegschaft nur, indem auch am Wochenende die Bagger und Raupen fuhren. In der Schlussphase wurden die Kolonnen personell verstärkt. Der lange und heiße Sommer begünstigte den schnellen Baufortschritt. Die Bauarbeiter waren extremer Hitze ausgesetzt, unten wie oben. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz lobte am Freitag die Crew beim gemeinsamen Grillen an der Baustelle: „Sie haben einen tollen Job gemacht.“ Wichtig war es, noch vor dem Winter fertig zu werden. Um die Markierungen für die Fahrspuren aufzutragen, darf es nicht zu kalt sein. Und ohne Markierungen hätte die Kreuzung nicht freigegeben werden können. Bis ins Frühjahr hätte die Stadt warten müssen. Doch in der nächsten Wochen werden die Fahrstreifen aufgetragen. Laut Zirngiebl werden die Kosten von etwa 4,5 Millionen Euro eingehalten.

Neu im Vergleich zum alten Zustand der Trecknase ist der Ausbau auf vier Spuren im Kreuzungsbereich. Aus Richtung Remscheid kommend führen zwei Spuren geradeaus auf die Ringstraße und zwei Abbiegerspuren auf die Kölner Straße. Allerdings bleibt die Zweispurigkeit nur für ein paar Meter erhalten. Danach müssen sich die Autofahrer darauf einstellen, dass der Verkehr auf eine Spur zusammengeführt wird. „Das Reißverschluss-System muss klappen“, sagt Zirngiebl. Das Konzept für die Ampelanlage verspricht „grüne Welle“. Der Verkehr soll besser fließen als früher. Es wird wahrscheinlich aber noch etwas dauern, bis es richtig justiert sei. Solche Erprobungsphasen seien aber normal, sagt Zirngiebl. Immerhin sollen in den Stoßzeiten zwischen 15 Uhr und 19 Uhr über 14.000 Autos die Trecknase zügig passieren. Zirngiebl hat bereits die nächsten Planungen für eine weitere Kreuzung auf dem Tisch, die Ecke Ring- / Raderstraße. Bis zum Ende des Jahres soll die Ausschreibung veröffentlicht werden, damit die Fördergelder abgerufen werden können. Dabei geht es nicht nur um eine neue Asphaltdecke, die mehr Verkehrslärm schluckt. In Höhe der Geschwister-Scholl-Straße entsteht auch eine drei Meter hohe Lärmschutzwand. Nächstes Jahr sollen die Arbeiten dort beginnen. Mit dem Ende der Baustelle an der Trecknase verschwindet auch der „Bypass“ in Richtung Bergisch Born. Viele Autofahrer hätten diese Notlösung gerne beibehalten. Zirngiebl lehnt das aber strickt ab.

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