Bahnhofsfest in Lüttringhausen: Zeichen setzen beim Thema Mobilität

Bahnhofsfest in Lüttringhausen : Zeichen setzen beim Thema Mobilität

Beim zweiten Bahnhofsfest in Lüttringhausen beschäftigten sich Gesprächsrunden unter anderem mit der Trasse und dem fairen Handel. Bei schlechtem Wetter blieb ein Besucherandrang aus.

Zum zweiten Bahnhofsfest in Lüttringhausen luden am Samstag gleich mehrere Akteure des Dorfes ein. Heimatbund, Eisenbahnfreunde und die Aktion „Muteinander“ setzten das kleine Hoffest unter das Motto „HeimatBUNT“ und diskutierten auf der Bühne mit diversen Gästen über Nachhaltigkeit und Vielfalt. Leider war das Wetter schlecht.

Lange vor der offiziellen Eröffnung um 14 Uhr in der Von-Bottlenberg-Straße am alten Bahnhof herrschte Gewusel auf dem Platz. Die Ladefläche eines LKWs fungierte als Bühne. Links und rechts davon bauten verschiedene Vereine und Organisationen ihre Stände unter schützenden Pavillons auf. Das Fest, das im vergangenen Jahr zum doppelten Jubiläum 150 Jahre Bahnhof und 40 Jahre Eisenbahnfreunde initiiert wurde, wollten die Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr erneut aufleben lassen. „Ziel ist es, das Fest zu etablieren“, sagte Volker Beckmann, Vorsitzender des Kulturkreises im Heimatbund Lüttringhausen. Auch wenn der neue Investor, zur Freude aller, die Absicht verfolge, das alte Bahnhofsgebäude zu erhalten, sei es schön vor Ort ein regelmäßiges Fest auf die Beine zu stellen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, urteilten die Initiatoren vom Kulturkreis und den Eisenbahnfreunden.

In diesem Jahr sollen vor allem zwei Themen besonders zur Sprache kommen: Nachhaltigkeit, das kulinarisch durch faire Produkte und der Food-Sharing Gruppe vor Ort präsentiert wurde, aber auch in puncto Mobilität waren besonders E-Autofahrer aufgerufen, sich an einem Smart-Mob zu beteiligen, um über ihre Erfahrung der E-Mobilität in der Stadt zu berichten. Sicherlich, so war die Aussage eines E-Autofahrers, fehle es an Ladestationen in Lüttringhausen. Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller hörte aufmerksam zu, schließlich war das Thema erst kürzlich in der Bezirksvertretung diskutiert worden. Eine Verkehrswende sei schließlich nur zu schaffen, wenn die Infrastruktur passe, urteilte auch Oliver Grünberg von den Eisenbahnfreunden, ebenfalls begeisterter E-Auto-Fahrer. Die für 14.30 Uhr geplante Radtour von der Trasse Lennep nach Lüttringhausen wurde kurzerhand vorverlegt. Die vier Teilnehmer, die in einem Praxistest das Provisorium des Radverkehrskonzepts ausprobierten waren bereits zur Eröffnung anwesend und entkamen so womöglich den danach einsetzenden Regenschauer. „Ich persönlich würde die Ideallösung für sechs Millionen Euro vorziehen, die auch von der Bezirksvertretung Lennep für die Verlängerung der Trasse bevorzugt wird“, äußerte Helmut Ruppert, Mitglied im ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD). Das Provisorium, was zwar schneller umzusetzen sein, befürchtete er, würde dann – wie viele andere Provisorien der Stadt – langfristig bestehen bleiben.

Viel Programm mit Diskussionsrunden mit „Muteinander“ und Remscheid Tolerant oder aber auch zu den bevorstehenden Klimawochen der SPD mit Vertretern der Bergischen „Fridays-for-Future-Bewegung“, hatten sich die Veranstalter für das bunte Fest ausgedacht. Ein reger Besucheransturm blieb aus, wobei sich konstant Gäste auf dem Gelände aufhielten. 

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