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Autokino in Remscheid: Krönender Abschluss mit Brings

Autokino in Remscheid : Krönender Abschluss mit Brings

Einen würdevollen Abschied feierte am Samstag das Autokino mit einem fast ausverkauften Konzert der Band Brings. Die Besucherresonanz sei in den sieben Wochen eher verhalten gewesen, sagt Veranstalter Patrick Clalüna. Finanziell habe sich der Versuch nicht gelohnt.

Mit großer Vorfreude und vielen Erwartungen in einer zugegeben merkwürdigen Zeit wurde während des Lockdowns Ende April das Autokino Remscheid eingeweiht. Für die vielerorts im Homeoffice feststeckenden Menschen schien das eine willkommene Abwechslung zu sein, denn alle Restaurants, Bars, Theater und Kinos waren zu dieser Zeit aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie noch immer geschlossen.

Veranstalter Patrick Clalüna versprach sich durch die Eröffnung des von zahlreichen Bürgern gewünschten Autokinos, zumindest den Verlust durch den Ausfall der Fanmeile zur Fußball-Europameisterschaft auf dem Theodor-Heuss-Platz anteilig auffangen zu können. Doch der Versuch, sagt Clalüna nun rückblickend, ist gescheitert. „Wir hatten von Anfang an vor, das Autokino einen Monat zu betreiben“, erzählte Patrick Clalüna am Samstagabend am Rande des Konzertes der Rocker von Brings. Daraus wurden letztendlich sieben Wochen. Das Ende kommt nun in einer Zeit der Lockerungen. Seit vergangener Woche dürfen nämlich auch Kinos – unter Einhaltung erhöhter Sicherheits- und Hygienemaßnahmen – wieder öffnen.

„Von den Filmverleihern bekommen wir keine Filme mehr, weil sie ihre Kinos schützen wollen“, erklärte Clalüna. Neben Filmen wie „James Bond“, „Die Eiskönigin II“ oder „Der König der Löwen“, lockte das Autokino in dieser Zeit aber auch mit zwei Konzerten. Die Kölschrocker von Kasalla sorgten einmalig für einen ausverkauften Platz mit 500 Fahrzeugen und mindestens doppelt so vielen Besuchern. Das Konzert am Samstag mit Brings kam nah ran. Im Vorfeld waren fast 400 Fahrzeugtickets zum Preis von rund 70 Euro umgesetzt worden. Doch auch hier, merkte Clalüna, lief der Vorverkauf eher schleppend. „Die Leute sind nicht bereit, den Eintrittspreis zu bezahlen, obwohl dieser nicht wesentlich teurer ist, als zwei normale Konzertkarten.“

Der Stimmung am Samstag tat das aber keinen Abbruch: Diejenigen, die kamen, feierten ausgelassen, sangen und schunkelten mit den kölschen Tönen von Brings. Zahlreiche Anwesenden hatten sich auch stilsicher mit Accessoires und den für die Band charakteristischen roten Schottenkaros gekleidet. So etwa auch Daniela Schiffner mit kariertem Hut und Krawatte. Die Remscheiderin war zum ersten Mal im Autokino auf dem Schützenplatz. Sie wäre auch vorher schon gekommen, erzählte sie, „wenn Filme gelaufen wären, die man nicht schon im Fernsehen sehen kann.“ Sie fand schade, dass das Autokino bereits jetzt die Pforten schließt. „Ich hätte es schön gefunden, wenn man über die Sommerferien noch ein paar Veranstaltungen, auch gerne Konzerte, angeboten hätte.“

Sarah Schuck und Ramona Weiherstall aus Wuppertal hatten bereits DJ-Konzerte in Autokinos anderer Städte besucht und freuten sich auch auf Brings in Remscheid: „Auch wenn man im Auto eher für sich ist, ist die Stimmung trotzdem super. Das ist schon megacool im Autokonzert.“

Künstler wie Sido, Mia und Revolverheld, erklärte Patrick Clalüna, wären gerne in Remscheid aufgetreten. „Doch auch die Künstler kommen nicht umsonst.“