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Remscheid: Austauschpartnerin betreut Behinderte

Remscheid : Austauschpartnerin betreut Behinderte

Die Remscheiderin Noémi Coesfeld ist die Austauschpartnerin von Justine Abgrall: Zeitgleich jobbt sie in einem französischen Behindertenheim und lebt bei den Gasteltern in Quimper.

Die Remscheiderin Noémi Coesfeld ist die Austauschpartnerin von Justine Abgrall: Zeitgleich jobbt sie in einem französischen Behindertenheim und lebt bei den Gasteltern in Quimper.

Sie ist für einen Monat die Gasttochter von Justine Abgralls Familie in Quimper. Die 16-Jährige war bereits zwei Mal mit der Schule in der Remscheider Partnerstadt Quimper. Für den Ferienjob hat sie sich bewusst entschieden. "Ich wollte den Alltag und das Arbeitsleben hier kennenlernen", erklärt Coesfeld, "Im Schulaustausch lernt man nur die Schule kennen, man ist da nicht auf sich alleine gestellt und muss nicht mit den Problemen im Arbeitsalltag zurecht kommen". Auch ihr Bruder nimmt an dem Ferienjob-Austauschprogramm teil, das der Partnerschaftsverein Remscheid - Quimper seit Jahren organisiert.

Der Herausforderung hat sie sich nun gestellt. Nachdem sie mit ihrer Band bei einem vorherigen Besuch in einem Behindertenheim in Quimper einen Auftritt hatte, wollte sie gerne dort ihre vier Arbeitswochen verbringen. Das hat geklappt. Jetzt unterstützt sie die Menschen bei alltäglichen Dingen wie essen, organisiert Ausflüge und begleitet sie dabei.

"Ich bin mittendrin", sagt Coesfeld mit Freude in der Stimme. Ihre Erwartung, dass die Kommunikation vielleicht durch Einschränkungen schwierig sein könnte, wurde in den ersten Tagen widerlegt. "Ich war schon etwas skeptisch", gibt sie zu. "Es fasziniert mich, dass sie sich so gut ausdrücken können. Ich wurde von Anfang an als deutsche Austauschpraktikantin angenommen", fügt sie hinzu.

Zu den Unternehmungen zählen Ausflüge nach Brest oder ins Museum. Unter anderem ist auch der Besuch einer Picasso-Ausstellung sowie eines Musik- und Tanzfestivals mit traditionellen Tänzen geplant. So findet zum Beispiel das große "Festival de Cornouaille" vom 22. bis 27. Juli in Quimper statt. "Besonders schön fand ich die betronischen Stickereien, die wir in einem Museum gesehen haben", erzählt sie. Auf diese Weise bekommt Coesfeld auch Eindrücke der französischen Kultur.

"Dadurch, dass die Tochter meiner Gastfamilie für die Zeit bei meiner Familie wohnt, ist es ein richtiger Austausch", beschreibt die Schülerin einen weiteren Vorteil des Ferienprojekts.

Sie hofft, dass weitere Jugendliche daran teilnehmen und vielleicht auch in dem Behindertenheim arbeiten wollen. Das hat für Coesfeld einen einfachen Grund: "Die Arbeit hat mir gezeigt, dass alle Menschen im Grunde gleich sind - ob mit oder ohne Behinderung".

(RP)