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Remscheid: Außengastronomie - Wirte und Stadt einigen sich

Remscheid : Außengastronomie - Wirte und Stadt einigen sich

Kompromiss nach Gespräch: Die Gastronome am Alter Markt dürfen draußen etwas mehr Fläche nutzen. Gläser erlaubt.

Der Streit um zusätzliche Quadratmeter Fläche auf dem Alter Markt für die Außengastronomie ist beigelegt, auch die Gläserfrage ist geklärt: Gestern einigten sich die Wirte und das Ordnungsamt in einem Gespräch auf einen Kompromiss. Dieser sieht eine moderate Erweiterung für Tische und Stühle vor den Cafés und Restaurants vor.

"Wir haben eine einvernehmliche Lösung gefunden", sagt Jürgen Beckmann, Leiter des Ordnungsamtes, hörbar erleichtert. Vorausgegangen waren vergebliche Versuche von Gastronomen, mehr Platz auf dem Pflaster zu ergattern. Als Mitarbeiter des Ordnungsamtes im Vorfeld der Großveranstaltung am 11. Juli mit Schlagersängerin Stefanie Hertel prüften, wie viel Platz fürs Publikum rund um die Bühnen bleibt, fiel auf, dass Wirte ihre gepachteten Flächen sehr stark überschritten hatten - teils um das Zehnfache. Folglich mussten sie das Mobiliar zurückrücken, sehr zum Ärger von Gästen.

Zum Gespräch waren die Wirte vollzählig - bis auf einen, der im Urlaub war - erschienen. Beckmann zeigte die Grenzen auf: Rettungswege müssen ebenso frei bleiben wie die Stellplätze in dem verkehrberuhigten Bereich des Stadtkerns. Auch die Sondernutzungen anderer seien zu beachten. In der nächsten Woche erhalten die Wirte Schreiben, in der die Regelung erläutert wird. Ebenso gibt es neue Pachtverträge mit neuen Gebührenbeträgen. Bei größeren Veranstaltungen müssen die Gastronome das Feld fürs Publikum räumen, hier sollen sich beide Seiten ohne Eingreifen des Ordnungsamtes absprechen. Ein erster Testlauf, ob's funktioniert, sei der nächste Samstag beim Sachsentag mit dem Stargast, so Beckmann.

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In der "heftig diskutierten Gläserfrage" habe er deutlich gemacht, "dass die Altstadt glasfrei bleiben soll, weil die Scherben aus den Pflasterfugen kaum zu entfernen sind". Allerdings dürfen nun alle Wirte draußen Getränke in Gläsern servieren, "wenn sie darauf achten, dass die Gäste mit dem Glas nicht die Außengastronomie verlassen". Das war in der Vergangenheit immer wieder ein Problem.

Im Vorfeld hatten sich die Inhaber des Tortenateliers über eine Ungleichbehandlung beklagt: Auf dem unteren Alter Markt war Glas erlaubt, auf dem oberen nicht. Nun gelte für alle die gleiche Regel. Ausnahme bleibt das Winzerfest. Weil die Gäste aus den Anbauregionen den Rebensaft und Co. in Gläsern ausschenken, sollen die Lenneper Wirte nicht zum Stilbruch - Wein aus Plastik - gezwungen werden.

(RP)