Remscheid: Aufklärung über alltäglichen Rassismus in der Stadt

Remscheid: Aufklärung über alltäglichen Rassismus in der Stadt

Mit einer Reihe von Veranstaltungen nimmt Remscheid an den "Internationalen Wochen gegen Rassismus" teil.

Die Initiatoren von "Remscheid tolerant" eröffnen am kommenden Montagabend im Neuen Lindenhof die "Internationalen Wochen gegen Rassismus". Es ist der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die sich mit dem Rassismus im alltäglichen Leben auseinandersetzen will. Zum ersten Mal nimmt Remscheid an den internationalen Wochen teil. Seit 1966 gibt es diese Aktionen in der Bundesrepublik.

Trifft man in Remscheid auf Rassismus? Johannes Haun, Mitglied des Vorstandes von "Remscheid tolerant", hält die Beschäftigung mit dem Thema für dringend geboten. "Rassismus zeigt sich in der Geleichgültigkeit, wie wir miteinander umgehen", sagt Haun. Der Umgang mit Asylbewerbern aus dem Kosovo sei dafür ein Beispiel. Menschen aus diesen Ländern werden schnell verdächtigt, sie würden zu Unrecht in Deutschland sein. Meist treffe es aber Sinti und Roma, Menschen ohne Lebensperspektive in ihrer Heimat.

Es soll bei dieser "Woche gegen Rassismus" nicht nur um die politischen Dimensionen gehen. Nach Ansicht von Werner Fußwinkel, Mitglied des Vorstandes von "Remscheid tolerant", soll die Sensibilität für die täglichen Fallen des Rassismus geschärft werden. Dazu zählt er zum Beispiel die Formulierung "getürkte Rechnung". Der eine oder andere kann sich auch Tipps für rechtslastige Diskussionen am Stammtisch oder mit Vertretern von Pro NRW holen. Haun hält die Vertreter von Pro NRW für Menschen, die zu keinem Gespräch bereit sind. "Die wollen nur ihre Parolen loswerden", sagt Haun.

Beim Eröffnungsabend wollen die Veranstalter positive Akzente setzen. Die Trommeleinlagen von M.S. Mutambala, der Auftritt des Holzbläsertrios der Bergischen Symphoniker, der Tanz der Folkloregruppe Sorriso d'Italia und der Beitrag des Trios Ma'jan mit jüdischer Musik präsentieren die Vielfalt der Kulturen in Remscheid. Zugleich sollen die Musiker, die verschiedenen Nationen angehören, erzählen, wie sie den Alltag in Remscheid und im Beruf erleben.

Im Fernsehen läuft vor großen Fußballspielen ein Werbesport: "No racism". Wie es aber auf den Plätzen in den unteren Ligen von Remscheid aussieht, darüber sprechen die Trainer der Vereine SSV Grund und SC Ayildiz. Ein Reizthema in Remscheid, die neue Moschee, wird nicht ausgespart. Der neue Sozialdezernent Thomas Neuhaus ist als Vertreter der Stadt zur Diskussion eingeladen.

Nach dem Auftakt am Montag, 16. März, 19.30 Uhr, Neuer Lindenhof, Honsberger Straße 38, folgen bis zum 24. April noch vier weitere Veranstaltungen in Lennep und Lüttringhausen.

(RP)
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