Remscheid Aufgehebelt in Sekunden

Remscheid · Einbrecher knacken einfache Fenster und Türen blitzschnell. Dieter Kroll von der technischen Prävention der Polizei berät, wie man seine Wohnung besser sichern kann. BM-Leser können ihre Fragen bei einer Telefonaktion stellen.

Aufklärung über Einbruchsicherung fängt in der Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Wuppertal mit einem Selbstversuch an. Dieter Kroll, technischer Berater, drückt dem Gast den großen Schraubendreher in die Hand.

Er darf in dem Schauhaus, das verschiedenen Exponate umfasst, versuchen, mit dem Werkzeug ein Fenster aufzuhebeln. Das Ausprobieren hat tiefe Kerben in dem Kunststoffrahmen hinterlassen. Einmal unten angesetzt, einmal oben, schon macht es Knacks und das Fenster ist offen. Erschreckend, wie wenig Widerstand solch ein Standardmodell dem Einbrecher bietet.

Kostenlose Beratung

Diese Erkenntnis mag viele Menschen mehr überzeugen als zig Appelle, sein Haus oder seine Wohnung besser zu sichern. Aber hier fängt die Beratung erst an. Unabhängig und kostenlos klären Dieter Kroll und seine Kollegen von der technischen Prävention der Polizei über die verschiedenen Möglichkeiten auf, wie man Täter vom Einbruch abhalten kann.

Das Team hat Fortbildungen zum technischen Berater durchlaufen. Rund eine Stunde dauert solch ein Aufklärungsgespräch (nach vorheriger Terminabsprache mittwochs in der Polizeihauptwache am Quimperplatz, Tel. 0202 2841801)

"Einbrecher wollen schnell und unentdeckt arbeiten", weiß der Fachmann. Viele Menschen mögen die Hauseingangstür gut gesichert und beleuchtet haben. Aber gerade Nebentüren und Fenster an Rück- und Nebenfront, also Einstiegsmöglichkeiten, die eher im Dunklen liegen oder verborgen hinter Hecken und Sichtschutzwänden, suchen die Täter bevorzugt auf.

Wenn sie diese nicht sofort knacken können, lassen sie meist von ihrem Vorhaben ab und nehmen sich das nächste Objekt vor. In dem Schauhaus zeigt der Berater, wie stabil ein "Sicherheitsfenster" ist. Der Einbruchversuch schlägt fehl.

Ein Hund, der gut anschlägt, schrecke zwar ab, meint der 51-Jährige, "aber jeder Vierbeiner muss ja auch mal Gassi geführt werden". Auch eine Alarmanlage böte keinen ausreichenden Schutz. "Es kommt darauf an, wo der Alarm eingeht. Bis jemand reagiert, sind die Diebe längst geflüchtet", weiß Kroll. Daher lautet der Tipp der Polizei: Mechanik vor Elektronik.

Wer einen Einbrecher auf frischer Tat ertappt, sollte nicht den Helden spielen und versuchen, ihn zu überwältigen. "Man weiß nie, wie er reagiert. Lassen Sie den Täter flüchten. Uns hilft es mehr, wenn jemand den Unbekannten genau beschreiben kann."

Nichts geht über gute Nachbarn

Wie wirkungsvoll eine gute Nachbarschaft Einbrüche verhindern kann, versucht die Polizei regelmäßig mit ihrer Aktion "Vorsicht! Wachsamer Nachbar" zu verdeutlichen. Kroll: "Nachbarn sollten informiert sein, wenn man in Urlaub fährt." Aufmerksam sollte jeder unbekannte Personen oder Fahrzeuge beobachten und sich Notizen machen.

(RP)
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