Tennis: Arthur Mol folgt auf Jarek Marcinkiewicz

Tennis : Arthur Mol folgt auf Jarek Marcinkiewicz

Niederländer wird Cheftrainer beim SC Rot-Weiß Remscheid, dessen Coach er bereits von 1999 bis 2006 war.

Arthur Mol ist ein Strahlemann. Ein optimistischer und gewinnender Typ. Positive Tugenden, welche der Tennislehrer ab Oktober beim SC Rot-Weiß Remscheid einbringen soll und will. Der mittlerweile 44-jährige Holländer, am 6. Mai 1973 in Sittard geboren, kehrt an seine frühere Wirkungsstätte zurück.

Bereits von 1999 bis 2006 hatte er als Cheftrainer an der Hägener Straße gewirkt, nun tritt er die Nachfolge von Jarek Marcinkiewicz an, der auf ihn gefolgt war. Es geht also zurück in die Zukunft für den Mann, der in jungem Alter schon ein bewegtes Leben hinter sich hat, jetzt aber sesshaft werden möchte. "Ich habe einen Club gesucht, bei dem ich etwas aufbauen kann", sagt Mol, der mit seiner Lebensgefährtin in Bergisch-Gladbach lebt.

Das kann er in Remscheid. Der Kontakt zur Vorsitzenden Anja Wessel war eher zufällig zustande gekommen. Dann ging alles sehr schnell. Mol hat klare Vorstellungen: "Das A & O ist die Jugend. Darum müssen wir uns kümmern." Gemeinsam mit den Co-Trainern Dino Gulcz und Taib Hodzic (dessen Eltern leiten die Gastronomie bei Rot-Weiß) wird er die Tennisschule betreiben.

Ein Trio, das für ein breitgefächertes Angebot bürgt. "Wir können sieben Tage die Woche Training anbieten", macht der künftige Cheftrainer klar. Man wird die Aufgaben verteilen, wird sich auch Freiräume gönnen. Mol: "Jeder von uns hat so viele Termine, dass man auch zwischendurch mal durchpusten muss." An sein erstes Wirken in Remscheid hat er noch genaue Erinnerungen: "Ich war jünger und unerfahrener." Inzwischen ist viel an Erfahrung dazugekommen.

Nach seiner Zeit bei Rot-Weiß war Mol ein wenig tennismüde gewesen, hatte dem Sport ganz abgeschworen. Er war für "Hollywood-Nails" im Vertrieb in den Benelux-Ländern unterwegs. Irgendwann kam die Lust aufs Tennis zurück. Mol war schon immer ein kommunikativer Mensch. So landete er in Cala Ratjada auf Mallorca, war bei einem Club als Geschäftsführer tätig und veranstaltete Jugendturniere. Er lernte Rafael Nadal kennen, den mallorquinischen Nationalhelden. Flog zwecks Organisation von Camps zwischen Palma, Barcelona und Madrid hin und her.

Später wurde es der Robinson-Club auf Fuerteventura. Auch da war er für Tenniscamps verantwortlich. Trat in Kontakt zu deutschen Koryphäen wie Barbara Rittner und Kevin Göllner: "Durch sie habe ich viel Input bekommen." Die Lust auf Tennis war wieder da bei dem Sportler, der es selbst einst bis in die Regionalliga geschafft hatte (Mönchengladbach, Viersen).

Mol ist bei allem ruhiger geworden, gelassener. Was auch mit seiner Partnerschaft zusammenhängen mag. Mit seiner Freundin lebt er in Bergisch-Gladbach, ist von dort nach eigenen Angaben "in 25 Minuten bei Rot-Weiß am Platz". Er hat Vorstellungen und Ideen, vor allem aber großen Respekt vor der Arbeit von Vorgänger Jarek Marcinkiewicz: "Wer diese Tätigkeit elf Jahre am Stück bei einem Verein ausübt, muss etwas draufhaben."

Am heutigen Dienstag, 5. September, 18 Uhr, wird der bisherige Chef feierlich verabschiedet. Mol und seine Kompagnons werden zeitgleich den Mitgliedern vorgestellt. Offiziell geht es dann am 1. Oktober los.

Der Neue will sich proaktiv an die Nachwuchsakquise begeben. Dabei soll jungen Menschen bei Festen, in Sporthallen oder in Schulen vermittelt werden: "Tennis ist cool und kein Elitesport."

Und dann wird trainiert, trainiert und noch einmal trainiert. Eine Kooperation mit dem Ganter-Hotel in Konstanz soll es einzelnen Teams von Rot-Weiß möglich machen, zu vergünstigten Konditionen am Bodensee Trainingslager abzuhalten. Zudem noch wichtig: Man muss nicht Mitglied beim Club von der Hägener Straße sein, um dort trainieren zu können.

Es kommt also gerade einiges in Bewegung bei den Rot-Weißen, die ihre Lorbeeren in jüngerer Vergangenheit überwiegend durch Topleistungen älterer Spieler geerntet haben. Man denke an den Gewinn der Deutschen Meisterschaft durch die Herren 40 im Jahr 2016. Künftig soll auch die Jugend wieder (mehr) positive Schlagzeilen schreiben. Dafür wird der Niederländer mit seinem Team alles tun.

(RP)
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