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Anzeige nach Bedrohung im Ämterhaus

Remscheid : Anzeige nach Bedrohung im Ämterhaus

Eine Mitarbeiterin der Führerscheinstelle ist bedroht worden. Die Gewerkschaft fordert ein Konzept zur Gewaltprävention.

In der Führerscheinstelle des Ämterhauses ist es am Dienstag zu einer massiven Bedrohung einer Mitarbeiterin gekommen, bestätigt die zuständige Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke. Der Unbekannte war ohne Termin erschienen und wollte sich für einen Bekannten einsetzen, der den Führerschein abgeben muss. Dabei habe er der Mitarbeiterin dringend ans Herz gelegt, das Verfahren einzustellen.

"Ansonsten drohte er mit dem Besuch einer Rockergruppe. Erschreckend war die abgeklärte Weise, mit der er die Botschaft übermittelte — und das vor Zeugen", schildert Barbara Reul-Nocke den Vorfall. Die Mitarbeiterin habe besonnen gehandelt und den Ordner eines privaten Sicherheitsdienstes alarmiert, der allerdings auch nicht verhindern konnte, dass der Mann seine Drohung aussprach. Der Mann verließ schließlich wortlos die Anlaufstelle im Ämterhaus.

Die Gewerkschaft Komba nimmt das Ganze zum Anlass, von der Stadtverwaltung ein Gewaltpräventionskonzept zu fordern. "Bereits mehrfach hat es in der Vergangenheit Bedrohungssituationen gegeben", sagt der Vorsitzende des Ortsverbands, Josef Köster. Dass ein Sicherheitsdienst im Ämterhaus eingesetzt wird, sei ein erster Schritt. "Aber diese Einzelmaßnahme kann nicht eine umfängliche Betrachtung und Beurteilung der Gefahrensituation an jedem einzelnen Arbeitsplatz ersetzen."

Barbara Reul-Nocke stimmt zu, dass es insbesondere in der Führerscheinstelle Handlungsbedarf gibt. Es handele sich um Kundschaft, die zuweilen schwierig sei. "Wenn es um den Einzug von Führerscheinen geht, dann haben es die Kollegen immer wieder mit Kriminellen oder Drogenabhängigen zu tun. Sie sind zuweilen nicht damit einverstanden, dass sie nicht mehr fahren dürfen."

Die Wut wird in manchen Fällen auf Kosten der Mitarbeiter ausgelebt. Um sie besser zu schützen, plant Barbara Reul-Nocke eine Reihe von Maßnahmen. So werden zum 1. Januar die Öffnungszeiten im Ämterhaus vereinheitlicht. Bislang ist die Führerscheinstelle, losgelöst von den übrigen Behördenzeiten, mal früher bzw. länger geöffnet. "An der Stundenanzahl pro Woche wird sich nichts ändern", sagt die Dezernentin.

Die Tür bleibt künftig während der Öffnungszeiten verschlossen. Die Besucher müssen um Einlass bitten. "Ohnehin gilt ja seit längerem Terminpflicht. Sie hat sich bewährt. Längere Wartezeiten kommen so gut wie nicht mehr vor", sagt Barbara Reul-Nocke. Zudem denke sie über den Einsatz von Video-Kameras nach. "Wir müssen dabei allerdings den Datenschutz beachten", schränkt sie ein. Gegen den Unbekannten, der die Mitarbeiterin bedroht hat, sei selbstverständlich Anzeige erstattet worden.

(RP)