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Anwohner in Remscheid ärgert zu schnelles Fahren

Anwohner in Remscheid ärgert zu schnelles Fahren : Ordnungsamt: Kein „Hotspot“ am Hohenhagen

Wenn Karin Keller mit ihrem Gatten Hermann bei einem Spaziergang auf der Straße Am Alten Flugplatz unterwegs ist, verspürt sie häufiger den Wunsch, Autofahrer anzuhalten, um mit ihnen über angemessenes Tempo und Rücksichtnahme zu sprechen.

Denn an die hier geltende Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern, so ihre Beobachtung, halten sich viele Verkehrsteilnehmer nicht. Vor allem in den Abendstunden werde viel zu schnell gefahren, berichtet das Ehepaar. Das führe auch zu mehr Lärm, der den Kellers die Freude am Aufenthalt auf dem Balkon ihrer Mietwohnung verhagelt.

Das Ehepaar wünscht sich zum einen, dass auf der Straße ein Tempo 30-Emblem aufgebracht wird, das gut sichtbar auf die Regel hinweist. Der einzige Hinweis sei ein Schild im Kreisverkehr oben an der Hohenhagener Straße, sagt Hermann Keller. Zum anderen regen die Kellers den Einsatz der städtischen Tempo-Displays an, die den Verkehrsteilnehmern anzeigen, wie schnell sie gerade unterwegs sind. Das sei auch eine Frage der Sicherheit. Gleich in der Nachbarschaft befindet sich ein Seniorenwohnanlage und ein Stück die Straße hinunter liegt ein Spielplatz.

Karin und Hermann Keller sind nicht die ersten Anwohner, die sich über zu schnelles Fahren auf der Straße Am Alten Flugplatz beschweren, sagt Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD). Auch darum sei von der Politik angeregt worden, dort einen Blitzer-Standort einzurichten. „Wir wollten den Leuten helfen.“ Dem sei die Stadt auch gefolgt.

Tatsächlich hat das Ordnungsamt bislang insgesamt siebenmal das mobile Tempo-Messgerät an der Straße aufgebaut, berichtet Daniel Pfordt. Dabei seien auch Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit gemessen worden. So wie allerdings fast überall in der Stadt, wo das Ordnungsamt kontrolliert. Allerdings sei die Straße „kein Hotspot“. Insgesamt seien hier im Vergleich nur sehr wenige Fahrzeuge unterwegs. Davon seien die meisten Anwohner des Hohenhagens, denn eine klassische  Durchgangsstraße ist die Straße Am alten Flugplatz nicht. Zudem sei sie gut ausgebaut, mit Parkstreifen auf beiden Seiten. Der Spielplatz liege nicht gleich an der Straße, analysiert Pfordt das Gefahrenpotenzial.

Die vom Ehepaar Keller angeregte Anbringung der Tempo-Displays sieht Pfordt kritisch. Die Erfahrung zeige, dass Spaßvögel die Tempo-Anzeigen, bei denen je nach gemessener und angezeigter Geschwindigkeit ein lachendes oder trauriges Gesicht aufleuchtet, gerne auch missbrauchen, um möglichst hohe Zahlen auf der Anzeige zu erzielen. Sie wissen ja, dass es keine Konsequenzen hat.

Sinnvoller sei der Einsatz der Geräte etwa an solchen Stellen, wo sich die Verkehrssituation, etwa durch Baustellen geändert habe, um Autofahrer zu sensibilisieren.