Anlieger kritisieren Gefahrenstelle

Remscheid : Anlieger kritisieren Gefahrenstelle

Ein schwerer Unfall in Vieringhausen lässt die Diskussion um die Sicherheit der Fußgänger an der Bundesstraße erneut aufflammen. Nach den jüngsten Ereignissen sehen viele Anlieger ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Der jüngste schwere Verkehrsunfall mit einer Schwerverletzten in Vieringhausen lässt die Diskussion um die Sicherheit der Fußgänger an der Bundesstraße erneut aufflammen. Die Stadt unternehme zu wenig, klagten mehrere Remscheider. Das Ärztepaar Dr. Richard und Dr. Ingrid Fernes, deren Praxis sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Unfallstelle befindet, schrieb an die Stadt und spricht von einer "eklatanten Gefahrenstelle".

Gemeint ist eine Verkehrsinsel, die den Fußgängern in Höhe der dortigen Bushaltestelle das Überqueren der Fahrbahn ermöglichen soll. Am Montag, 22. Januar, kam es an diesem Übergang zu einem Unfall, bei dem eine 63-jährige Frau schwer verletzt wurde. Wie die Polizei berichtete, war die Fußgängerin von dem Audi einer 26-Jährigen erfasst worden. Die Autofahrerin erlitt einen Schock.

Nach dem jüngsten Unfall - zuletzt ramponierte im Oktober 2017 ein 19-Jähriger mehrere Autos - sehen etliche Anlieger ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. "Bereits vor drei Jahren haben wir, Ärzte, Apotheker, Sparkasse und Anwohner, auf die schwierige Verkehrssituation hingewiesen", schreibt das Ärztepaar. Die Nachbarn forderten die Errichtung einer Ampelanlage. Die gibt es zwar. Allerdings steht die Fußgängerampel etwa 100 Meter entfernt und "viel zu weit weg für unsere älteren Mitmenschen", schreiben die Fernes.

Ernst Otto Mähler (SPD), Bezirksbürgermeister von Alt-Remscheid, kennt die Klagen. "Wir kommen nicht über die Straße", erklärten ihm die Bewohner des Altenheims Stockder Stiftung beispielsweise bei seinen Besuchen. "Wir müssen die weiter oben stehende Ampel nach unten holen", sagt Mähler: "Da muss sich die Stadt eben was einfallen lassen."

Doch es wäre nicht der erste Versuch, die Ampelanlage zu versetzen. Längst gab es Ortstermine, bei denen Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann um Verständnis bat. Unter dem Gehweg liegen jede Menge Leitungen, außerdem sei der Gehweg an der Stelle zu schmal für eine Ampel. "Wir haben dort keinen Platz für eine Ampel", verdeutlicht Beckmann. Immerhin eines kann er in Aussicht stellen: Vor der Stockder Stiftung soll künftig auf Dauer Tempo 30 gelten. Wie übrigens vor jeder sozialen Einrichtung, so will es der Gesetzgeber. Derzeit soll in Vieringhausen nur wegen einer Baustelle nicht schneller als 30 km/h gefahren werden.

Ob eine Fußgängerampel den schweren Unfall vom 22. Januar eher verhindert hätte als der vorhandene Fußgängerüberweg, muss derweil nach Zeugenangaben hinterfragt werden. "Der Unfall ist noch nicht ausermittelt", erklärt Polizeisprecher Stefan Weiand.

In ihrer Pressemitteilung schrieben die Polizeibeamten nämlich damals: Das Unfallopfer habe "beim Betreten der Fahrbahn vermutlich nicht auf den fließenden Verkehr geachtet".

(RP)